Microdosing & Ketamin gestützte Behandlungen bei Menschen mit Substanzgebrauchsstörungen und Komorbiditäten

Dr. med. Jonas Montagna & Mag. rer. nat. Sophie Schiefler

Im Kontext von Psychedelika, wird mit Microdosing die Einnahme subhalluzinogene Mengen psychedelischer Moleküle wie LSD und Psilocybin beschrieben. Das Microdosing ist zu einem beliebten Trend geworden, insbesondere bei Menschen, die ein kognitives und emotionales Enhancement suchen, dennoch bleibt die Frage noch offen, ob es sich dabei um mehr als nur einen Placebo-Effekt handelt. Sowohl Vortrag als auch Workshop geben einen Überblick zum Thema Mikrodosierung und untersuchen die pharmakologischen Mechanismen, den potenziellen Nutzen, die Risiken - einschließlich der umstrittenen Aktivierung des 5-HT2B-Rezeptors und der Auswirkungen auf die Herzgesundheit - sowie die sich abzeichnende Rolle bei klinischen Anwendungen.
Durch die Zusammenfassung eines breiten Spektrums von Studien sollen Vortrag sowie Workshop ein gründliches Verständnis des derzeitigen wissenschaftlichen Konsenses über Mikrodosierung vermitteln und Wege für die künftige Forschung aufzeigen. 

Die Behandlung von Substanzgebrauchsstörungen (SUDs) und den zu Grunde liegenden Komorbiditäten insbesondere bei Affektiven Störungen, stellt nach wie vor eine erhebliche Herausforderung dar, nicht zuletzt aufgrund der begrenzten Wirksamkeit derzeit verfügbarer medikamentöser Behandlungen. In den letzten Jahren hat die Forschung gezeigt, dass die glutamatergische Dysregulation im Gehirn eine wichtige Rolle bei der Entstehung von psychischen Störungen spielen kann, wobei Ketamin, einen NMDA-Rezeptor-Antagonisten, zu einem vielversprechenden Kandidaten für die Behandlung macht. Die Kombination aus Ketaminapplikationen und Psychotherapie hat das Potenzial, die psychische Flexibilität der Patient*innen zu erhöhen und die Wirkung der Psychotherapie zu verstärken.

Der Workshop zielt darauf ab, unsere eigenen empirischen Erfahrungen mit der Ketamin gestützten Behandlung bei Patient*innen mit SUDs und Komorbiditäten zu teilen, wobei der Schwerpunkt auf den individuellen Herausforderungen, der Setting-Gestaltung, den notwendigen Ressourcen und den potenziellen Wirkfaktoren der Behandlung liegt.