Das Team der Kontaktstelle mit Frau Klasnic im Garten der Caritaszentrale

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Menschliche Lösung in Ausnahmesituationen: 25 Jahre Kontaktstelle Anonyme Geburt – Babyklappe der Caritas

Seit 2001 ist die Kontaktstelle Anonyme Geburt – Babyklappe der Caritas Steiermark als Anlaufstelle für schwangere Frauen in schwierigen Lebenssituationen da. Beim Festakt zum 25-jährigen Bestehen sprach Direktorin Nora Tödtling-Musenbichler von einem Meilenstein: „Die rasche und diskrete Erreichbarkeit der Kontaktstelle hilft Frauen in ausweglos scheinenden Momenten, eine menschliche Lösung zu finden.“ Waltraud Klasnic, die mit ihrem politischen Engagement für die Straffreistellung der Anonymen Geburt den Weg zu diesem Angebot geebnet hatte, hielt fest: „Das engagierte Team leistet wertvolle Hilfe zum Schutz des Lebens – der Mütter und der Kinder.“

Kein Leben mit dem Kind vorstellbar

Die Kontaktstelle bietet schwangeren Frauen in Problemsituationen, die sich keine Zukunft mit ihrem Kind vorstellen könne, diskret, anonym und kostenlos umfassende Beratung und Information. Das Team begleitet die Frauen in ihrer Entscheidungsfindung, zeigt Lösungen auf und bleibt auch später erreichbar. Caritasdirektorin Tödtling-Musenbichler verwies auf wichtige Partner im Sozial- und Gesundheitswesen: „Ein großes Netzwerk von Ärzten und Spitälern über Hebammen und Beratungsstellen bis zur Kinder- und Jugendhilfe ermöglicht Schwangerschaft und Geburt auch in Ausnahmelagen in einem sicheren Rahmen.“ Es werde zudem dafür gesorgt, „dass das Baby in einer Familie willkommen ist, auch wenn es nicht bei der Mutter aufwachsen kann.“

Wichtiges präventives Angebot

Festrednerin Claudia Klier, Fachärztin für Psychiatrie und spezialisiert auf die psychische Gesundheit von Frauen rund um die Geburt, betonte: „Die anonyme Geburt ist ein wirksames Instrument, um Kindstötungen nach der Geburt vorzubeugen.“ Entscheidend sei genügend sowie leicht zugängliche Aufklärung und Information über diese Möglichkeit. „First Volunteer“ der Republik Österreich Doris Schmidauer dankte dem Team: „Unvorstellbar, wie viele Kinder auch dank Ihnen einen guten Start ins Leben bekommen haben.“ Weihbischof Johannes Freitag übermittelte: „Als Kirche wissen wir um die Zerbrechlichkeit menschlicher Lebensgeschichten. Umso wichtiger sind Orte wie diese, an denen nicht geurteilt, sondern geholfen wird.“

191 Anonyme Geburten in der Steiermark seit 2001

Seit Straffreistellung der Anonymen Geburt im Jahr 2001 wurden in der Steiermark 191 Anonyme Geburten gezählt, drei Babies wurden anonym übergeben und sieben Neugeborene in einer Babyklappe abgelegt. „Dazu kommen eine unbekannte Zahl an Kindern, deren Mütter in der Kontaktstelle beraten und begleitet wurden“, betonen die Beraterinnen Ulla Pongratz-Elsnig und Verena Reis. Die Kontaktstelle wurde im Jahr 2001 auf Initiative von Waltraud Klasnic, damals Landeshauptmann der Steiermark, bei der Caritas eingerichtet. 

Respekt und Verständnis für andere Form der Mutterschaft

Neben der Beratung und Information der Klient*innen, die sich persönlich, per Mail oder über eine kostenlose Hotmail melden können, betreibt das Team Öffentlichkeitsarbeit. Dabei gehe es auch darum, Verständnis für die freigebenden Mütter zu schaffen, ihre Entscheidung zu respektieren und Vorverurteilungen entgegenzuwirken. So wird etwa am Tag vor Muttertag der „Tag der Herkunftsmütter“ begangen, um den anonym bleibenden Frauen Aufmerksamkeit zu schenken. 

Weitere Informationen

www.caritas-steiermark.at/kontaktstelle-anonyme-geburt