Gemeinsamer Aktionstag der österreichischen Straßenzeitungen
Eine Zeitung zu kaufen, kann Leben verändern: Beim ersten gemeinsamen Tag der Straßenzeitung am Mittwoch, 21. Oktober unter dem Motto „Nimm’s mit, dann wirkt‘s“ unterstreichen Österreichs Straßenzeitungen die soziale Dimension ihrer Tätigkeit. „Der Verkauf unterstützt Menschen am Rand der Gesellschaft, die sich so eine Perspektive aufbauen können,“ erklärt Petra Kaspar-Buchegger vom Megaphon, das als Projekt der steirischen Caritas geführt wird. „Unsere Verkäufer*innen freuen sich über jedes verkaufte Exemplar. Das sichert ein Einkommen und ist kein Almosen. Der Kauf signalisiert Wertschätzung und trägt dazu bei, die Initiative nachhaltig abzusichern.“
Verkäufer*innen im Mittelpunkt
In Graz rückt das Team des Megaphon daher am Mittwoch ab 12 Uhr am Hauptplatz die Verkäufer*innen in den Mittelpunkt. „Wer eine Straßenzeitung kauft, entscheidet sich für eine Begegnung auf Augenhöhe“, betont Petra Kaspar-Buchegger. „Der Kauf stärkt das Selbstvertrauen der Verkaufenden und ermöglicht ein selbstbestimmtes Einkommen. Gleichzeitig eröffnet er den Leser*innen neue Sichtweisen auf unsere Gesellschaft. Echte Veränderung beginnt oft mit einer einfachen Begegnung auf der Straße.“
Begegnungen verändern Perspektiven
Ziel des Aktionstags ist daher auch, die Gelegenheit zu Begegnungen zu schaffen: „Wir freuen uns auf viele neue Kontakte und möchten die Menschen animieren, uns nicht nur mit Spenden zu unterstützen, sondern das Heft auch mitzunehmen“, hält Kaspar-Buchegger fest: „Eine Zeitung kann man lesen. Eine Straßenzeitung kann Lebensperspektiven verändern - die der Verkäufer*innen und die der Leser*innen!“
Perspektive und Mut
Unter dem Motto „Nimm's mit, dann wirkt's“ macht die Aktion sichtbar, wie jede Ausgabe gleich mehrfach wirkt: Sie sichert Einkommen, stärkt unabhängigen Journalismus und eröffnet neue Perspektiven. Österreichweit geben sieben Straßenzeitungen aktuell 1.591 Verkäuferinnen und Verkäufern eine Perspektive, ein Einkommen und neuen Mut. Von Vorarlberg bis ins Burgenland erreichen sie jeden Monat bis zu 128.800 Leserinnen und Leser. Damit sind sie eine starke Stimme für jene, die sonst wenig Gehör finden.
„marie“, „Kupfermuckn“ oder „Augustin“: Teil des alltäglichen Stadtbilds
Am Aktionstag beteiligen sich die Redaktionen und Verkaufsteams aller österreichischer Straßenzeitungen, von der Voralberger „marie“ und dem „20er“ aus Tirol über „Apropos“ in Salzburg, den Wiener „Augustin“ und die Kärntner „kaz“ bis zur Kupfermuckn aus Oberösterreich und das Megaphon in der Steiermark. Die Blätter gehören seit über 30 Jahren in den jeweiligen Regionen zum Alltagsbild. Sie geben Menschen eine Einkommensmöglichkeit und eine Stimme, die sonst oft überhört werden. Zudem machen sie sichtbar, wie unabhängiger Journalismus, soziale Unterstützung und konkrete Hilfe für Menschen in schwierigen Lebenslagen ineinanderfließen.
Soziale Themen für sozialen Zusammenhalt
Die Zeitungen und Magazine legen einen Schwerpunkt auf wenig beachtete soziale Themen wie Armut, Wohnungsnot, Ausgrenzung, aber auch Mut, Selbstermächtigung und gelungene Neuanfänge. Damit lädt der Aktionstag somit auch dazu ein, Vorurteile abzubauen und gemeinsam über Wege zu mehr Solidarität und Gerechtigkeit nachzudenken. In einer angespannten Situation sowohl in der Medien- als auch in der Soziallandschaft mit wachsenden sozialen Ungleichheiten und Förderkürzungen setzen die Straßenzeitungen ein klares Signal: „Wir sind gekommen, um zu bleiben. Denn es braucht uns.“
Jede Ausgabe wirkt mehrfach
Das Prinzip der Straßenzeitungen ist so einfach wie wirkungsvoll: Verkäufer*innen erwerben die Magazine zum halben Preis und behalten die Differenz beim Verkauf. Leser*innen unterstützen einen fairen Verdienst und helfen gleichzeitig mit, die in den Initiativen geleistete Sozialarbeit zu finanzieren. Sie begleitet unter anderem bei der Wohnraumsuche, bei Behördenwegen, Rechtsfragen, dem Zugang zu medizinischer Versorgung sowie beim Um- und Einstieg in den regulären Arbeitsmarkt. Darüber hinaus fördern Straßenzeitungen gesellschaftliche Teilhabe und kulturelle Integration – und sind selbst Teil der Antwort auf die Frage, wie gesellschaftlicher Zusammenhalt im Alltag gelebt werden kann.
Weitere Informationen:
- Österreichische Straßenzeitungen: https://www.strassenzeitung.at/
- Am Aktionstag beteiligen sich: 20er (Tirol), Apropos (Salzburg), Augustin (Wien/Niederösterreich/Burgenland), kaz (Kärnten), Kupfermuckn (Oberösterreich), marie (Vorarlberg) und Megaphon (Steiermark).
