Mit seinem bunten, vielfältigen Programm hat sich der Re-Use Herbst Steiermark in den vergangenen Jahren zu einem Fixpunkt im Jahresablauf entwickelt und macht Nachhaltigkeit im Alltag sichtbar. Landesrätin Simone Schmiedtbauer hat am Donnerstag bei einem Pressegespräch im Second Hand Laden Carla&Paul in Graz eine Vorschau auf die fünfte Ausgabe des Re-Use-Herbstes gegeben und zum Mitmachen an vielfältigen Aktivitäten von 17. September bis 3. Oktober eingeladen. Caritas-Vizedirektorin Petra Prattes verwies auf den „Ramsch- und Raritätenmarkt“ der Caritas am Freitag als bunten Auftakt mit ausgesuchten Einzelstücken.
Landesrätin Schmiedtbauer dankte allen Partnerinnen und Partnern und lud zum Mitmachen ein: „Unsere Ressourcen sind zu wertvoll, um Dinge nur einmal zu verwenden und dann wegzuwerfen. Die Steiermark liegt mit einer Recyclingquote von rund 70 Prozent im europaweiten Spitzenfeld – darauf können wir stolz sein. Gleichzeitig zeigt die Menge an Siedlungsabfällen, dass bei der Abfallvermeidung noch viel Potenzial besteht. Genau hier setzt Re-Use an. Was für den einen nicht mehr gebraucht wird, kann für den anderen noch lange wertvoll sein. Wer repariert, tauscht, weitergibt oder gebrauchte Dinge kauft, schont Ressourcen, spart Energie und tut gleichzeitig etwas für die Umwelt und oft auch für die eigene Geldbörse. Der Re-Use-Herbst zeigt bereits zum fünften Mal, wie einfach Kreislaufwirtschaft im Alltag funktionieren kann“, so Landesrätin Schmiedtbauer.
Alle Abfallwirtschaftsverbände mit Aktionen dabei
Seit der ersten Ausgabe 2022, initiiert vom Lebensressort des Landes unter Mitwirkung von Abfallwirtschaftsverbänden, Unternehmen und Initiativen, ist die Beteiligung Jahr für Jahr gestiegen. An der fünften Ausgabe beteiligen sich erneut alle 17 steirischen Abfallwirtschaftsverbände sowie rund 140 Organisationen und Initiativen. Mit dem Re-Use Herbst will das Land Steiermark das Bewusstsein dafür stärken, dass Ressourcen zu wertvoll sind, um sie nur einmal zu nutzen. Seit 2019 verschreibt sich das Land Steiermark daher verstärkt der Kreislaufwirtschaft. Höchste Priorität hat dabei die Abfallvermeidung, etwa durch eine möglichst lange Nutzung.
Themenflohmärkte und Verschenkaktionen
In diesem Sinne sind über 110 Aktivitäten geplant, darunter 15 Repair-Cafés und die Grazer Reparaturmeile, 12 Aktionstage in Re-Use-Shops, 11 Tage der offenen Tür in Re-Use-Einrichtungen, und viele weitere wie Flohmärkte und Tauschmärkte, ein Sport-Re-Use-Markt, ein Umweltfestfest, ein Re-Use-Pflanzenmarkt sowie eine Verschenkaktion für gerettete Pflanzen. Außerdem bieten 28 Abfallsammelzentren zusätzliche Sammlungen von Re-Use-Waren an und auch Bildungseinrichtungen beteiligen sich mit Aktivitäten.
Nachhaltigkeit bringt Qualität statt Verzicht
Caritas-Vizedirektorin Petra Prattes hielt fest: „Es gibt viele Möglichkeiten, Nachhaltigkeit im Alltag zu leben und der sorgfältige Umgang mit Ressourcen bedeutet nicht Verzicht, sondern neue Qualität.“ Im Umgang mit Sachspenden sei die Caritas aktuell mit herausfordernden Entwicklungen konfrontiert: „Fast fashion entwickelt sich fast hin zur Wegwerfmode, wenn ein Kleidungsstück schon nach wenigen Wäschen nicht mehr tragbar ist.“ Mangelhafte Qualität mache auch das Wiederverwerten schwieriger, so Prattes: Recycling könne das Material nicht verbessern. Sie regte daher an: Wenn wir den Re-Use-Gedanken schon bei der Anschaffung berücksichtigen, stärken wir die Kreislaufwirtschaft von Anfang an.“ Prattes unterstrich: „Das Sachspendenkonzept Carla wirkt dreifach nachhaltig: ökologisch, wirtschaftlich und sozial“.
Teilhabe durch Beschäftigung
Als Besonderheit des Sachspendenkonzepts der Caritas benannte die Vizedirektorin die Realisierung des Re-Use-Kreislaufs über Beschäftigungsprojekte: „Damit fügen wir dem ökologischen Plus, das Kreislaufwirtschaft transportiert, einen arbeitsmarktpolitischen Mehrwert hinzu. Langzeitarbeitslose Menschen erhalten die Chance, wieder in Beschäftigung zu kommen und erleben Teilhabe.“ In den Beratungsstellen zur Existenzsicherung könnten Bedürftige zudem Carla Basic-Gutscheine erhalten. Damit seien sowohl der soziale als auch der regionale Aspekt der Kreislaufwirtschaft gewährleistet: „Menschen, die hier leben, profitieren von den Spenden aus der Region: Sie können wichtige Artikel des täglichen Bedarfs günstig erwerben.“
Ramsch- und Raritätenmarkt zum Auftakt
Von den steiermarkweit 30 Carla-Standorten beteiligen sich 14 am Programm des Re-Use Herbstes, führte Prattes aus. Sie verwies auf den beliebten Ramsch- und Raritätenmarkt in der Herrgottwiesgasse 55 in Graz am Freitag, der Vintage-Freunde mit seltenen Einzelstücken anlockt. „Unsere Kolleginnen und Kollegen sammeln schon seit Monaten die originellsten Stücke, um wieder ein einzigartiges Angebot für Schnäppchenjäger, Vintage-Liebhaber und Liebhaber besonderer Objekte machen zu können.“
Das vollständige Programm des Re-Use Herbst Steiermark ist hier zu finden:
www.abfallwirtschaft.steiermark.at/reuseherbst
Link zur Re-Use Landkarte Steiermark:
www.abfallwirtschaft.steiermark.at/reuselandkarte
Rückfragen:
Richard Schmid
Büro Landesrätin Simone Schmiedtbauer
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Tel: +43 316 877 2520
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0676 88015 173
Irmgard.rieger(at)caritas-steiermark.at
