zwei südsudanesische Frauen hocken in einem Gemüsefeld

Zwei Ausbildungsteilnehmerinnen präsentieren ihre Übungsgärten.

Landwirtschaftstrainings für Frauen in Rumbek - Südsudan

Leben mit Perspektiven schaffen

Die Nachwehen des 5-jährigen Bürgerkriegs sind im Südsudan bis heute zu spüren. Noch immer leben hunderttausende Menschen in den Lagern, in welchen sie Sicherheit gefunden hatten. Da es regional weiterhin zu gewaltsamen Ausschreitungen kommt, kehren nur wenige in ihre Dörfer zurück. Als Resultat liegen viele Felder brach und die Bevölkerung ist von teuren Nahrungsmittelimporten abhängig. Um die Lebens- und Ernährungssituation der Bevölkerung in der Provinz Wulu der Diözese Rumbek zu verbessern, startete der dort lebende Pater Peter 2012 mit einer Gartenbauschulung. 

Mit steirischen Spenden zur Demonstrationsfarm

Da der Erfolg der ersten Gartenanbauschulungen groß und das Interesse der Bevölkerung einen eigenen Garten anzulegen enorm war, entstand die Idee, eine Demonstrationsfarm zu errichten. Mit Spenden aus der Steiermark konnte das Projekt 2017 gestartet werden.

Seitdem lernen jährlich etwa 50 Frauen, wie sie kleine Gärten anlegen und Pflanzen wie Sorghum, Hirse, Augenbohnen, Erdnüsse, Süßkartoffeln, Kürbis und Maniok anbauen können. Die Schulungen sind so erfolgreich geworden, dass die Frauen nicht nur die Ernährungssituation ihrer Familien verbessern, sondern auch überschüssige Ernteerträge auf dem lokalen Markt verkaufen können. Die Einnahmen ermöglichen es den Frauen, die Schulgebühren ihrer Kinder und die medizinische Versorgung der Familie zu bezahlen. 

Investitionen in Frauen, Frieden und Zukunft

In den Schulungen kommen zudem verschiedene ethnische Gruppen zusammen, teilen Mahlzeiten und lernen, wie sie Konflikte zwischen Stämmen lösen können. Die Projektteilnehmerinnen werden hierfür in gewaltfreier Konfliktlösung, Menschenrechten und Genderfragen geschult und lernen so, das friedvolle Zusammenleben wertzuschätzen. Die Investition in die Frauen ist somit auch eine Investition in Frieden, Wohlstand und Ernährungssicherheit in der ganzen Region. 

Ein Erfolgsmodell zieht Kreise

Inspiriert vom Erfolg der Landwirtschaftsschulungen in Wulu, sowie vom strategischen Ziel der Diözese Rumbek eine verbesserte Ernährungssituation und verringerte Importabhängigkeit der dort lebenden Menschen zu erreichen, konnten wir 2024 die Ausbildungen auf zwei weitere Standorte ausweiten. Nun lernen auch in anderen Teilen der weitläufigen Diözese, die etwa so groß ist wie die Schweiz, wie sie auf einfache Weise Gemüse anbauen, friedlich zusammenleben und sich besser selbst versorgen können. 

Mary-Rose erzählt begeistert

„Mein Mann ist gelähmt und kann mich nicht unterstützen, einen Gemüsegarten hatte ich nie. Seit ich zur Gartenbaugruppe von Pater Peter gegangen bin, ist mein Leben nicht mehr wie es war. Alles, was ich früher am Markt teuer kaufen musste, z.B. Melanzani, Paprika, Kohl, Amaranth und Kürbis, kann ich nun in meinem eigenen Garten anbauen und sogar Überschüsse verkaufen. Mit dem Geld, das ich am Markt verdiene, kann ich das Schulgeld meiner Kinder bezahlen. Mein Leben ist viel einfacher und besser geworden, seit ich die Dinge anwende, die ich in der Schulung gelernt habe.“

Ein Projekt bringt viele Fortschritte

Die Frauen sind mittlerweile die Hauptproduzentinnen des Gemüses in der Diözese. Durch die Projekte ist die Ernährung ausgewogener geworden, was wiederum die Gesundheit der Bevölkerung verbessert und Mangelernährung, gerade auch bei Kindern, vorbeugt. Doch die Diözese und der Hunger ist groß. Es gibt noch viel zu tun.