Der Südsudan ist eines der ärmsten Länder der Welt, für viele Bewohner*innen ist die Lage dramatisch. Rund 7,7 Millionen Menschen sind akut von Hunger bedroht und auf humanitäre Hilfe angewiesen. Gemeinsam mit unserer Partnerorganisation im Südosten des Südsudan versuchen wir die Not der Bevölkerung zu lindern und langfristig zum Aufbau des Landes beizutragen. So werden Kleinbäuerinnen in Kuron in nachhaltiger Landwirtschaft geschult und bei Anbau und Vermarktung unterstützt. Durch den Verkauf von Gemüse können die Frauen ihre Familien ernähren und ihren Kindern eine Schulbildung ermöglichen.
Eigentlich ist der Südsudan fruchtbar und bietet gute Voraussetzungen zur Eigenversorgung. Doch schon zwei Jahre nach der Unabhängigkeit im Jahr 2011 schlitterte das Land in einen Bürgerkrieg, in dem Millionen Menschen aus ihren Dörfern vertrieben wurden und deshalb ihre Felder nicht mehr bebauen konnten. Gleichzeitig erschwert der mittlerweile sehr unregelmäßige Regen eine planbare landwirtschaftliche Produktion.
Schaffung nachhaltiger Lebensgrundlagen
Gemeinsam mit dem Bistum Mainz konnten wir daher für die Menschen, welche im und um das Holy Trinity Friedensdorf Kuron leben, ein Programm zur Schaffung nachhaltiger Lebensgrundlagen beginnen. Dieses baut auf unseren langjährigen Schulungen im Umgang mit dem Ochsenpflug auf und verbindet dieses Wissen mit klimaangepassten landwirtschaftlichen Anbaumethoden. Im Rahmen der Ausbildungen werden den Erwachsenen und Jugendlichen Kenntnisse in Kompostierung, nachhaltigen Anbaumethoden, Wassermanagement und Erosionsschutz vermittelt, um Ertrag und Qualität der Produktion sowie die Biodiversität zu steigern. Ergänzend dazu erhalten die Bäuer*innen Werkzeug, Saatgut und Nutztiere, womit sie ihre Familien ausreichend ernähren können. In Fortbildungen über unternehmerische Fähigkeiten und Marketing lernen sie zudem, wie sie die Überschüsse am lokalen Markt verkaufen können. So können dringend notwendige Anschaffungen und das Schulgeld für ihre Kinder bezahlt werden.
Ernährungssicherheit statt Konflikte
Das Projekt zielt darauf ab, eine stabilere und widerstandsfähigere Gemeinschaft zu schaffen, indem es die eng miteinander verknüpften Probleme der Ernährungsunsicherheit und der Konflikte um begrenzte Ressourcen angeht, die durch den Klimawandel noch verschärft werden. Der Großteil der Teilnehmer*innen hat keine bzw. nur eine geringe Schulbildung. Für die Familien ist Landwirtschaft die einzige Chance, um den Hunger und die Armut zu lindern.
