KIBS – Sozialarbeit im Kindergarten
Projektgeschichte und Auftrag
Das Projekt KiSA Feldkirch wurde im Februar 2023 von den Ideengeberinnen Christina Keckeis-Gau, BA und Nicole Lang, BA ins Leben gerufen, um eine entscheidende Lücke in der sozialen Präventionskette zwischen den „Frühen Hilfen“ und der Schulsozialarbeit zu schließen. Dabei fungierte das Amt der Stadt Feldkirch als Träger. In einem Feld von 20 städtischen Kinderbildungs- und -betreuungseinrichtungen, in denen über 1.100 Kinder (im Altern von 12 Monaten bis sieben Jahren) betreut werden und rund 300 Mitarbeiter:innen tätig sind, fungiert KiSA Feldkirch als wesentliche Unterstützungssäule. Das Angebot ist direkt bei der Stadt Feldkirch angesiedelt und dient als Brückenbauer zwischen Familien, dem pädagogischen Fachpersonal und weiteren Hilfesystemen.
KiSA Feldkirch vernetzt sich heute intensiv mit ähnlichen Angeboten innerhalb und zunehmend auch außerhalb von Vorarlberg. Diese Kooperationen zeigen deutlich, dass der Bedarf an professioneller Begleitung stetig steigt und die Herausforderungen in der Elementarpädagogik länderübergreifend wachsen.
Das Team und die Einsatzorte
Das Team von KiSA Feldkirch setzt sich aktuell aus drei Expertinnen zusammen, die über eine besondere Schnittstellenkompetenz verfügen: Alle Mitarbeiterinnen haben eine pädagogische Grundausbildung als Elementarpädagogin absolviert und besitzen zusätzlich einen Bachelorabschluss in Sozialer Arbeit. Mit einem Gesamtbeschäftigungsausmaß von 1,10 Vollzeitäquivalenten (110 %) betreuen sie als mobiles Team 20 Standorte im gesamten Stadtgebiet und sind sowohl in den Kleinkindbetreuungseinrichtungen als auch in den Kindergärten der Stadt Feldkirch tätig. Die Doppelqualifikation der Teammitglieder ermöglicht ein tiefes Verständnis für den pädagogischen Alltag bei gleichzeitig professioneller sozialarbeiterischer Fallführung direkt vor Ort in den jeweiligen Häusern.
Themenschwerpunkte und Zielgruppen
Im Vordergrund der Arbeit steht die niederschwellige interne Beratung der Kolleginnen sowie die direkte Elternberatung. Als Adressat:innen werden Kinder, Eltern, Angehörige sowie Fachpersonal der Kinderbildungs- und -betreuungseinrichtungen in Feldkirch gesehen. Die Themen reichen von alltäglichen Erziehungsfragen bis hin zu komplexen Krisen wie Gewalt, Vernachlässigung oder psychischen Belastungen. Ein wesentlicher Aspekt ist die Funktion als Wegweiser: Das Team leitet Familien gezielt an spezialisierte Systempartner wie die Kinder- und Jugendhilfe, das IFS, die Caritas uvm. weiter. Zudem wird durch eine kleine Bibliothek von Fachmedien und Bilderbüchern ein niederschwelliges Informationsangebot für Eltern und Personal geschaffen.
Aus einem präventiven Ansatz heraus organisiert KiSA zudem spezifische Elternbildungsveranstaltungen. Hier erhalten Eltern unkompliziert wesentliche Informationen zu Themen wie dem Übergang vom Kindergarten zur Schule, Medienkonsum oder allgemeinen Erziehungsfragen. Diese Angebote sind, wie die gesamte Beratung, für die Familien vertraulich, kostenlos und freiwillig zugänglich. Eine Umfrage unter den Leiterinnen im Juni 2026 bestätigte die hohe fachliche Professionalität und die stabilisierende Wirkung des Projekts für den gesamten Bereich der Kinderbetreuung.
Im aktuellen Betreuungsjahr 2026/27 erweitert KiSA Feldkirch sein Portfolio um ein umfassendes Qualifizierungsangebot im Bereich Kinderschutz. Ziel ist es, sukzessive alle Mitarbeitenden der städtischen Kinderbildungs- und -betreuungseinrichtungen im Rahmen einer vierstündigen Basisschulung fachspezifisch zu sensibilisieren. Ergänzend dazu etabliert KiSA spezialisierte Kinderschutzteams: Durch vertiefende Impulse und moderierte Reflexionsphasen werden ausgewählte Fachkräfte dazu befähigt, als Multiplikatoren das Thema nachhaltig in ihren jeweiligen Einrichtungen zu verankern und weiterzuentwickeln.
Ergebnisse und Wirksamkeit
Die hohe Relevanz dieser Unterstützung wird durch aktuelle Zahlen belegt: Allein im Kindergartenjahr 2025/2026 wurden 101 neue Fälle registriert und insgesamt über 400 Kontakte verzeichnet. Besonders die interne Beratung für das Fachpersonal nimmt mit über 20 % der Kontakte eine zentrale Rolle ein, um die Qualität der elementarpädagogischen Arbeit auch bei schwierigen Dynamiken sicherzustellen. Darüber hinaus bringt das KiSA-Team seine Fachexpertise aktiv in die Weiterentwicklung des städtischen Kinderschutzkonzepts ein, um den Schutz der Kinder in den Einrichtungen nachhaltig zu verankern.
Die Erfahrungen zeigen: KiSA ist kein Luxusgut, sondern eine essenzielle Stütze des Bildungssystems. Damit diese wertvolle Arbeit nachhaltig gesichert werden kann, bedarf es einer klaren politischen Anerkennung und Unterstützung. Investitionen in die Kindergartensozialarbeit sind Investitionen in die Chancengerechtigkeit und den Kinderschutz. Wir appellieren daher an die Entscheidungsträger:innen, diesen steigenden Bedarf wahrzunehmen und die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen, um Familien und Fachpersonal dauerhaft professionell zu stärken.