Hilfe für den Südsudan

Ein junges Land, viele Herausforderungen

Der Südsudan ist eines der ärmsten Länder der Welt. Viele der rund 13 Millionen Einwohner des afrikanischen Staates sind aufgrund von Dürren und bewaffneten Konflikten von akutem Hunger und Armut betroffen. Die Caritas Steiermark unterstützt mehrere Projekte, um die Not der Menschen zu lindern.

Jede*r Dritte auf der Flucht

2011 nach langen Jahren Bürgerkrieg mit dem Sudan gegründet, bemüht sich der Südsudan seitdem um Frieden, Demokratisierung und Aufbau. Das Land, das etwa so groß ist wie Deutschland und Polen zusammen, steht vor gewaltigen Herausforderungen. So stürzte es kurz nach der Unabhängigkeit nicht nur erneut in einen 5-jährigen Bürgerkrieg, sondern kämpft seit dem Friedensabkommen 2018 noch immer gegen politische Instabilität, Korruption und regionale Gewalt. 

In den letzten Jahren zerstören zudem vermehrt anhaltende Dürren, Überschwemmungen und sich verändernde Regenzeiten die Lebensgrundlagen und führen zu mehr Hunger, Armut und Vertreibung.  Noch immer leben etwa 2,3 Millionen als Binnenvertriebene in Lagern oder Slums, wohin sie vor Gewalt und Hunger geflohen sind. Weitere fast 2,3 Millionen leben als Geflüchtete außerhalb des Landes. Seit dem 2023 ausgebrochenen Krieg im benachbarten Sudan sind zudem mehr als 1 Million Menschen von dort in den Südsudan geflohen.

Statt Bildung und Landwirtschaft Hunger und Armut

Die Lebensbedingungen für die 13 Millionen Menschen im Südsudan sind also schwierig und von großer Not geprägt. Die Nahrungsmittelproduktion ist vielerorts zusammengebrochen und mehr als die Hälfte der Bevölkerung – rund 7 Millionen Menschen – sind auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen. Aufgrund der anhaltenden unsicheren Lage können viele Menschen nicht in ihre zerstörten Dörfer zurückkehren und ihre Felder nicht bestellen. Zudem leidet auch das Bildungssystem unter den brüchigen Strukturen, da Lehrkräfte in staatlichen Schulen monatelang auf Gehälter warten müssen, und private Schulen oft unerschwingliche Schulgelder verlangen. Und doch ist Bildung essentiell für die Zukunft der Kinder und des Landes.

Mit starken Partnern gegen die Armut

Zu tun gibt es also genug, um die Lebenssituation der Menschen zu verbessern. Gut, dass die steirische Caritas starke, verlässliche und kompetente Partnerorganisationen vor Ort hat, mit denen wir bereits seit vielen Jahren gemeinsam Projekte umsetzen, um das Leben der Menschen in verschiedenen Teilen des Landes zu verbessern. 

So setzen wir uns gemeinsam mit unserer Partnerorganisation, der St. Vinzenzgemeinschaft, in Juba für hochwertige Grundschulbildung für die Ärmsten ein, stellen durch mehrere Baby Feeding Centers die Grundversorgung der Kleinsten sicher, und ermöglichen jungen Menschen ohne Schulbildung eine handwerkliche Ausbildung, um aus der Armutsspirale zu entkommen. 

Mit unserer Partnerdiözese Rumbek im Herzen des Landes arbeiten wir hauptsächlich an der Ernährungssicherung und kleinstrukturierter Landwirtschaft in den entlegenen Dörfern. Zudem unterstützen wir die Diözese und ihre Bildungseinrichtungen in der Erarbeitung und Umsetzung von Kinderschutzmaßnahmen, und ermöglichen einigen Straßenkindern den Schulbesuch, eine tägliche warme Mahlzeit, sowie einen sicheren Raum. 

In Kuron, ganz im Osten des Landes, unterstützen wir die Friedensdorf-Initiative des verstorbenen Bischofs Paride Taban mit Projekten zur Ernährungssicherung und Diversifizierung der Lebensgrundlagen. 

Ein südsudanesisches Kleinkind trinkt aus einem rosa Becher.
Hunger-Nothilfe für den Südsudan

Unsere Projekte im Südsudan

Mit Ziegen und Bienen zu einem friedlichen Leben im Südsudan

Im Bundesstaat Warrap im Südsudan prägen Armut, bewaffnete Konflikte und ethnische Spannungen den Alltag vieler Menschen. Besonders Frauen und Jugendliche leiden unter fehlender Bildung, Perspektivlosigkeit und Unsicherheit.

 

Die Diözese Rumbek setzt dem gemeinsam mit der Caritas Steiermark ein starkes Zeichen entgegen: Seit 2026 fördert ein Ziegen- und Bienenzuchtprojekt Frieden, Versöhnung und Einkommen.

Zukunft für Straßenkinder in Rumbek

Noch immer zeigen sich im Südsudan die Nachwehen langjähriger Gewalt: viele junge Menschen leben auf der Straße und müssen dort täglich ums Überleben kämpfen. Für einige von ihnen finanziert die Caritas seit Jahren ein Tageszentrum in Rumbek, sowie ihre Schulgebühren für die Elementarstufe.

Landwirtschaftstrainings für Frauen in Rumbek - Südsudan

Ein Erfolgsmodell zieht Kreise: Die Landwirtschaftstrainings für Frauen konnten mittlerweile von Wulu auf zwei weitere Standorte in der Diözese Rumbek ausgeweitet werden.

Nahrung für Babys und Kleinkinder - Südsudan

3-mal wöchentlich Reis, Linsen, Bohnen und Gemüse ermöglichen Babys und Kleinkindern eine gesunde Entwicklung. Im Jahr 2026 startet zudem eine Küchengartenausbildung für die Mütter.

Nachhaltige Lebensgrundlagen in Kuron - Südsudan

Der Südsudan ist eines der ärmsten Länder der Welt, für viele Bewohner*innen ist die Lage dramatisch. Rund 7,7 Millionen Menschen sind akut von Hunger bedroht und auf humanitäre Hilfe angewiesen. Gemeinsam mit unserer Partnerorganisation im Südosten des Südsudan versuchen wir die Not der Bevölkerung zu lindern und langfristig zum Aufbau des Landes beizutragen. So werden Kleinbäuer*innen in Kuron in nachhaltiger Landwirtschaft geschult und bei…

Grundschule im Südsudan

Knapp 70 Prozent der Erwachsenen im Südsudan können weder lesen noch schreiben. Auch die Zahl der Kinder, die eine Grundschule besuchen, ist mit 42 Prozent sehr gering. Da Bildung ein wichtiger Baustein für eine gute Zukunft ist, unterstützen wir unsere Partnerorganisation St. Vinzenz beim Ausbau und Erhalt einer Grundschule in Lologo.

Projektreferentin

Angelika Kobl BSc MA

Länderreferentin für Südsudan