Tag der Herkunftsmütter

Sie ziehen sich zurück, verheimlichen das Erlebte, bleiben allein: Mütter, die ihre Kinder anonym zur Welt bringen oder zur Adoption freigeben, sind in der Gesellschaft nicht sichtbar. Es fehlen Akzeptanz und Verständnis für ihre Entscheidung. Der „Tag der Herkunftsmütter“ der jedes Jahr am Samstag vor dem Muttertag begangen wird, soll auf die Situation dieser Frauen aufmerksam machen und dazu beitragen, Verständnis zu wecken. Ins Leben gerufen wurde der „Birthmother’s day“ 1990 von einer Gruppe betroffener Mütter in Seattle, USA. Die Kontaktstelle Anonyme Geburt der Caritas in Graz schließt sich dem Bemühen an, diesen Tag in Europa bekannter zu machen.

Adoption – eine Entscheidung aus Liebe zum Kind

„Es braucht diesen Tag der Herkunftsmütter, um die Situation von Frauen, die ihre Kinder freigeben oder anonym zur Welt bringen, sichtbar zu machen“, erklärt Christa Pletz von der Kontaktstelle Anonyme Geburt der Caritas Steiermark. „Herkunftsmütter entscheiden sich in einer äußerst schwierigen Situation dazu, ihrem Kind das Leben zu geben. Sie sorgen dafür, dass es sicher zur Welt kommen kann und wünschen ihm ein gutes Leben in einer neuen Familie. Es ist wichtig, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass sie ihre Entscheidung aus Verantwortung und Liebe zum Kind heraus getroffen haben. Es braucht diesen Herkunftsmuttertag der Kindern sagt: 'Deine Mutter war eine sehr mutige Frau. Diese Entscheidung, dir ein gutes Leben zu ermöglichen, braucht viel Mut. Und diesen hatte deine Mutter.`"

Adoptiveltern schreiben Herkunftsmüttern

Um dabei zu helfen, in der Gesellschaft Verständnis für die Entscheidung der Herkunftsmütter zu wecken, haben wir Adoptiveltern darum gebeten, zum Herkunftsmuttertag eine Botschaft und Ihre Wünsche auf einer eigens gestalteten Karte an die andere Mutter ihres Kindes zu schreiben. Mit dem Einverständnis der Eltern können Sie diese Nachrichten nun hier sehen – in der Hoffnung, dass sie auch von möglichst vielen Herkunftsmüttern gelesen werden, um ihnen so Mut zuzusprechen, da es oft nicht möglich ist, direkt mit ihnen Kontakt aufzunehmen. Alle weiteren Karten finden Sie am Ende der Seite.


Begleitung und Austauschtreffen für Herkunftsmütter

Die Kontaktstelle Anonyme Geburt und das Beratungszentrum für Schwangere bieten schwangeren Frauen in besonderen Notsituationen bereits vor der Geburt Information, Beratung und Begleitung.

Austauschtreffen für anonym gebärende bzw. freigebende Mütter werden angeboten – egal, wie lange die Geburt bereits zurückliegt. Interessierte können sich gerne unter 0676/88015- 581 bzw. 0676/88015-480 melden.

Wenn eine abgebende bzw. anonyme Mutter offen sagen kann: Ich habe mein Kind zur Adoption gegeben, es war in meiner damaligen Lebenssituation eine gute und richtige Entscheidung, käme ich wieder in eine solche Situation, würde ich wieder so entscheiden, dann haben wir unser Ziel erreicht.