Drei einprägsame Monate

Karibuni Tansania – Willkommen in Tansania!

Ich habe drei Monate in Bukene, einem kleinen Ort mit ein paar Tausenden EinwohnerInnen im westlichen Teil Tansanias, verbracht. Das Herzstück dieses Ortes sind, neben einem Markt, einer staatlichen Schule, einem „Hostel“ und einer „Hauptstraße“, definitiv die Pfarre und die „St. Francis de Sales Primary School“. Gewohnt habe ich gemeinsam mit den beiden Priestern im Pfarrhaus. Die Schule und das Internat sind auf demselben Gelände und so hatte ich es auch nicht weit zur Arbeit. Ich war jeden Vormittag zur Unterstützung in einer Kindergartenklasse. Dieser ist aber keinesfalls mit einem uns bekannten Kindergarten zu vergleichen – in Tansania gilt hier bereits Schulbetrieb! Zu Beginn musste ich mich schon einmal an den Ablauf eines Schultages dort gewöhnen – doch etwas chaotischer, lauter (wobei 46 Kinder natürlich einfach lauter sind) und nicht von der mir bekannten Methoden- und Materialvielfalt geprägt. Im Laufe der Zeit habe ich mir es dann zur Aufgabe gemacht die vorhandenen Materialien zu benutzen und den Kindern ein bisschen Abwechslung im oft eintönigen Schulalltag zu schenken! Besonders große Begeisterung war den Kindern anzumerken, als ich mit vielen Buntstiften und einem Ausmalbild für jedes Kind in die Klasse kam. Bei uns wäre das nichts Großartiges, denn jedes Kind hat eine Federschachtel mit Farbstiften, Filzstifen usw. und oft Unmengen an Malbüchern daheim, aber dort, wo jedes Kind vielleicht einen Bleistift und für jedes Fach ein Heft besitzt, war das etwas ganz Besonderes! Denn die Augen, die die Kinder machten, als ich die Box der Buntstifte öffnete, werde ich wohl ewig in Erinnerung behalten.

Am Nachmittag war dann für mich eigentlich die schönste Zeit. Da war ich immer bei der Spielestunde mit den Kindern, die im Internat wohnen. Hier konnte ich vor allem die Kleinen ganz ohne „Schulstress“ kennenlernen, mit ihnen spielen, lachen, reden, tanzen oder sie einfach einmal in den Arm nehmen! Von den mitgebrachten Puzzles, den selbstgemachten Memorys, den Springschnüren oder den Luftballons (absolutes Highlight!) waren sie begeistert. Es dauerte auch nicht lange bis ich - vor allem - die Kleinen ins Herz geschlossen habe und sie haben sich, denke ich, auch gefreut, dass ihnen jemand Zeit schenkt und sich mit ihnen beschäftigt!

Neben den vielen schönen Momenten mit den Kindern, den unbezahlbaren Erfahrungen am Vormittag im Kindergarten, durfte ich auch noch ein ganz anderes Alltagsleben erfahren! Wäsche waschen mit der Hand (ich musste bald feststellen, dass ich das gar nicht so gut kann), „duschen“ mit einem Eimer Wasser, Sand- anstatt Asphaltstraßen, kleine Stände am Markt anstatt große Einkaufszentren, kein ständiger Kontakt mit der „Außenwelt“ inklusive Reizüberflutung – aber ich muss ehrlich sagen, den Luxus, den wir hier in Österreich haben, habe ich keinesfalls vermisst und ich bin unendlich dankbar für diese Erfahrung!

Stephanie, 2015