Anonyme Geburt

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Eine anonyme Geburt erfolgt völlig kostenlos in steirischen Krankenhäusern. Die Frau muss weder Namen noch sonstige persönliche Daten bekannt geben.

Was bedeutet die anonyme Geburt für das Kind?

Nach der Geburt übernimmt das Jugendamt die Verantwortung (Obsorge) für das Kind und übergibt es möglichst rasch in die Pflege einer geeigneten Pflegefamilie (der späteren Adoptivfamilie). Nach Ablauf der gesetzlichen Frist von sechs Monaten wird die Adoption durchgeführt.

 

Wie lange kann sich die Mutter noch anders entscheiden?

Innerhalb von 6 Monaten nach der Geburt bzw. bis zur Rechtskraft der Adoption kann die Mutter ihren Entschluss rückgängig machen. Die Kontaktstelle unter der Nummer 0800 83 83 83 und das zuständige Jugendamt stehen den Frauen dabei zur Seite. Nach Durchführung der Adoption besteht keine Möglichkeit mehr das Kind zurück zu bekommen. Für das Kind kann die Mutter ihre Anonymität aber jederzeit aufheben.

 

Was ist für das Kind wichtig?

Jedes Kind will über seine leiblichen Eltern und seine Familie Bescheid wissen. Bei einer anonymen Geburt kann das Kind später einmal nicht erfahren wer seine Eltern sind, daher ist es besonders wichtig möglichst viele Informationen für das Kind zu sammeln. Dazu bitten wir die Mutter, soweit es ihr möglich ist, einen Brief über sich, den Vater, Geschwister und die Familie, über ihr Aussehen, die Lebensumstände, die Vorlieben und die Gründe für ihren Schritt für das Kind zu verfassen. Diesem Brief können auch Andenken (z.B. Ketterl, Stofftier?.) und Fotos beigelegt werden. Beim Verfassen des Briefes stehen den Frauen die Psychologin oder Sozialarbeiterin im Krankenhaus und die Mitarbeiterin der Kontaktstelle gerne zur Seite.

Sieht sich die Mutter nicht in der Lage einen Brief für das Kind zu schreiben, wird von einem Mitglied des Geburtsteams ein Brief über den Geburtsverlauf für das Kind verfasst. Natürlich kann die Mutter diesen Brief auch später verfassen und abgeben. Besonders dankbar sind die Adoptiveltern, wenn auch sie Informationen über die Mutter (Vater) erhalten, um dem Kind von seiner ersten Mutter (Bauchmama) erzählen zu können.

Der Brief, die Fotos und Andenken können bereits im Krankenhaus abgegeben werden, oder zu einem späteren Zeitpunkt beim zuständigen Jugendamt oder bei der Kontaktstelle.

 

Eine anonyme Geburt ist in folgenden steirischen Krankenhäusern möglich:

  • Deutschlandsberg
  • Feldbach
  • Graz
  • Hartberg
  • Judenburg
  • Leoben
  • Rottenmann
  • Schladming