Kuća Ljubavi – Das „Haus der Liebe“ in Zagreb

Sich in einem sozialen Projekt engagieren, Erfahrungen mit Babies und Kleinkindern sammeln und eine fremde Kultur kennenlernen – dies sind die Hauptgründe für unseren Freiwilligeneinsatz im „Kuća Ljubavi“ (Haus der Liebe) in Zagreb. Nach zwei Tagen in Zagreb, wo vorrangig organisatorische und administrative Agenden auf dem Programm stehen, geht es am dritten Tag endlich los…

Die Einrichtung „Kuća Ljubavi“ der Caritas Zagreb

Das „Kuća Ljubavi“ ist eine Einrichtung der Caritas für sozial benachteiligte und / oder minderjährige Jugendliche, Schwangere, Mütter und deren Säuglinge. Die Mütter können bis zu einem Jahr bleiben und erhalten Unterstützung bei der Pflege der Kinder, im Haushalt und bei der Jobsuche. Können und wollen die Mütter nach diesem Jahr für das Kind (finanziell) immer noch nicht sorgen, bleiben die Babies im Haus. Für die Mütter besteht aber weiterhin Besuchsrecht. Leider kommt es manchmal vor, dass Mütter schon nach kurzer Zeit die Einrichtung verlassen und das Kind einfach zurücklassen. In diesem Fall können die Kinder bis zu drei Jahre bleiben und kommen danach in ein staatliches Heim. Zurzeit sind zehn Schwangere bzw. Mütter mit Kindern und ca. 15 Babies und Kleinkinder im Haus.

Unser Arbeitsalltag

Unsere Arbeitswoche dauert 30 Stunden. Wir arbeiten montags bis freitags von 8 bis 14 Uhr. Der Tag beginnt mit dem Wecken der Kinder. Wir helfen ihnen dann beim Anziehen, Frisieren und bei der Körperpflege. Des Weiteren unterstützen wir das Personal beim Baden, beim Windelwechseln und beim Anziehen der Babies. Danach begleitet eine von uns die Pädagogin mit den Kindern zum Frühstück. Am Vormittag wird mit den Kindern gespielt, draußen herumgetollt und manchmal betreuen wir auch Kinder einzeln – etwa dann, wenn ein neues Kind, noch nicht mit der ganzen Gruppe zurechtkommt. Die zweite von uns betreut in derselben Zeit die Babies und hilft beim Füttern, spielt mit ihnen und übt mit den Kleinkindern das Laufen. Beim Mittagessenausteilen, beim Füttern der Kleinen und beim Abräumen der Tische unterstützen wir unsere Kolleginnen ebenfalls und helfen ihnen im Anschluss darain, die Kinder ins Bett zu bringen. Nach einer kleinen Mittagspause kümmern wir uns um die Wäsche. Das Pflegepersonal ist sehr nett zu uns. Zwar kommt es hin und wieder zu Kommunikationsschwierigkeiten, da nicht alle Arbeitskolleginnen Deutsch oder Englisch verstehen, aber „mit Händen und Füßen“ und einigen wenigen kroatischen Phrasen verstehen wir einander immer.

Aufgrund der günstigen Arbeitszeiten haben wir auch reichlich Zeit, die Stadt Zagreb mit ihren tollen Sehenswürdigkeiten (Kamenita vrata, Kathedrale,…) kennen zu lernen.

Der Freiwilligeneinsatz ist eine überaus positive Erfahrung für uns, die wir nicht missen möchten. Solche Einsätze sind für die Einrichtung sehr wichtig, da die Personalressourcen oft nicht ausreichen, um jedem Kind die nötige Zeit zu schenken. Die Chefin des Hauses ist sehr dankbar für unser Engagement und auch die Kinder zeigen große Freude an unserem Einsatz.

Andrea und Barbara, 2012