Das Caritas Solidaritätsbarometer

Zweite Vermessung der sozialen Stimmung in der Steiermark

Im Jahr 2018 hat die Caritas Steiermark in Zusammenarbeit mit dem Grazer Soziologen Florian Brugger erstmals das Solidaritätsbarometer für die Steiermark erstellt. Die Idee hinter dieser Erhebung ist, eine Messgröße zu erhalten für die Einstellung der Menschen zu Werten wie Gemeinsinn und Hilfsbereitschaft. Die Erstellung dieses Solidaritätsbarometers ist vorerst für fünf Jahre vorgesehen.

Im November und Dezember des Jahres 2018 wurden deshalb zum zweiten Mal mehr als 1.000 Steirerinnen und Steirer zu ihren Werten und zu ihrem Blick auf Themen wie Gemeinschaft, Zusammenleben und Solidarität befragt. Die Ergebnisse des zweiten Solidaritätsbarometers wurden am 6. März 2019 im Caritas-Paulinum in Graz präsentiert.

Klicken Sie hier, um mehr über die Ergebnisse des ersten Solidaritätsbarometer 2018 zu erfahren

Sieben Thesen zur Solidarität in der Steiermark

Aus der Befragung, die im November und Dezember über 1.000 Steirerinnen und Steirer in allen Altersschichten erreicht hat, leitet der Soziologe Florian Brugger sieben Thesen ab:


  1. Wohl aufgrund der gesellschafts- und sozialpolitischen Entwicklungen und Debatten der letzten Jahre ist die Solidarität in der Steiermark leicht rückläufig.
  2. Die Steirerinnen und Steirer sind stolz auf Frieden in unserem Land, auf den Rechtsstaat, den Sozialstaat und die wirtschaftliche Leistung.
  3. Die Menschen in der Steiermark sind offen gegenüber „Fremden“, sofern diese bereit sind, sich an unser Wertesystem anzupassen.
  4. Die SteirerInnen schätzen den Sozialstaat und erwarten sich davon gewisse Leistungen, wie leistbares Wohnen, ausreichend Nahrung sowie medizinische Versorgung und gleiche Bildungschancen.
  5. Die SteirerInnen sind der Meinung, nur StaatsbürgerInnen und „gut Integrierte“ sollen Anspruch auf Sozialleistungen haben.
  6. Für die SteirerInnen sind Solidarität und eine demokratische Gesinnung eine Grundvoraussetzung für eine funktionierende Demokratie.
  7. Trotz polarisierender Meinungen und trotz eines spürbar kälteren sozialen Klimas wird die Arbeit der Caritas in der Steiermark mehrheitlich wertgeschätzt.

 

Kurzbiografie von Studienautor Dr. Florian Brugger

Geboren 1985 in Graz, Studium der Volkswirtschaftslehre und Soziologie in Graz und Alexandria. Von 2013 bis 2018 Universitätsassistent am Institut für Soziologie an der Karl-Franzens-Universität Graz. Er arbeitet im Bereich Wirtschaftssoziologie, Marktsoziologie, Geldsoziologie, Entwicklungsökonomie, internationale Kapitalströme, volkswirtschaftliche Theorien und ihre Wirkung, sowie technischer Fortschritt. Seine Lehre umfasst Methoden der empirischen Sozialforschung, vorwiegend quantitative Methoden.