Ein Kind auf einem Feld im Südsudan

Landwirtschaftstraining für Frauen - Südsudan

Afrikanische Frau bei der Arbeit am Feld

Foto: Caritas

Hunger wegen horrender Lebensmittelpreise

Die Abwertung der lokalen Währung und die Abhängigkeit von Lebensmittelimporten aus den benachbarten Ländern Uganda und Kenia führen zu einer immensen Preissteigerung und Teuerungen bei Lebensmitteln. 

So bekommen Menschen immer weniger für ihre Gehälter. Viele versuchen über Subsistenzlandwirtschaft ihr Überleben zu sichern, aber dies reicht meist auch nicht aus, um die Familie ausreichend zu ernähren. Durch den Bürgerkrieg ist die Landwirtschaft außerdem zum Teil zum Erliegen gekommen. Mittlerweile sind bereits 2,8 Mio. SüdsudanesInnen auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen.

Afrikanische Frauen bei der Arbeit am Feld

Das Landwirtschaftsraining sichert nachhaltig die Lebensgrundlage

Die Schulung richtet sich an Frauen in Nyarjwa und Rejaf, die bereits kleine Ackerflächen bewirtschaften und ihre Anbaumethoden verbessern möchten. Der Großteil der Teilnehmerinnen hat keine bzw. nur eine geringe Schulbildung. Für die Frauen und ihre Familien ist die kleine eigene Landwirtschaft die einzige Chance, um Hunger und Armut zu lindern.

Nyarjwa liegt rund 25 Kilometer nordwestlich von Juba, der Hauptstadt des Südsudans, und besteht aus vier kleineren Dörfern mit rund 5.000 EinwohnerInnen. Die Siedlung liegt in einer Tiefebene, wodurch Wasser für die Bewässerung leicht verfügbar ist. Das Land eignet sich besonders gut für Gemüseanbau und Baumzucht. Rejaf liegt rund 12 Kilometer südöstlich von Juba am Fluss Nil. Das Dorf hat rund 2.000 EinwohnerInnen. Durch die Lage am Fluss ist in Rejaf eine ganzjährige Bewässerung möglich und das in Flussnähe gelegene Land ist grün und fruchtbar.

Afrikanische Frau mit Kind bei der Arbeit am Feld

Die Frauen lernen mit biologischen Anbaumethoden die Menge und die Qualität ihrer Erträge der auf ihrer kleinen Ackerflächen produzierten Lebensmittel zu steigern. Im Rahmen der Ausbildung werden den Frauen Kenntnisse in Kompostierung, Saatgut-Vermehrung, Fruchtfolge und ökologischer Landwirtschaft sowie in Vermarktung vermittelt. So können die Teilnehmerinnen sowohl die Qualität als auch die Quantität ihrer landwirtschaftlichen Produktion steigern. Sie können ihre Familien ausreichend ernähren und Überschüsse mit Gewinn am lokalen Markt verkaufen.

Mit dem erzielten Einkommen können die Familie notwendige Anschaffungen wie Kohle zum Kochen bezahlen und das Schulgeld für ihre Kinder entrichten. Die erfolgreichen Absolventinnen erhalten Kleinwerkzeuge und Saatgut und sind wichtige Multiplikatorinnen, die das erworbene Wissen in ihren Dörfern weitergeben.

Afrikanische Frauen bei der Arbeit am Feld

Liliane baut Okra, Bohnen, Kudra (Grünzeug, das Reich an Vitaminen A und C ist), Amarant oder Hibiskus an. Für Liliane hat sich dank der Schulung vieles verändert: "Heute kann ich meine Familie besser ernähren und sogar Überschüsse am lokalen Markt verkaufen. Mit meinem Einkommen kann ich Schulgeld für meine Kinder bezahlen".

Durch dieses Projekt findet auch ein langsamer Paradigmenwechsel von Subsistenzwirtschaft hin zu einer marktwirtschaftliche Landwirtschaft statt. Eine wichtige Entwicklung, um langfristig unabhängig von teuren Lebensmittelimporten zu werden. Darüber hinaus soll die ökologische Landwirtschaft auch die Bodenfruchtbarkeit langfristig erhalten.

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