Ein Kind auf einem Feld im Südsudan

Corona-Nothilfe: Bericht aus Burundi

08.06.20 / 16:18

Kinder beim Haendewaschen im Caritas Waisenhaus in Burundi

Foto: Caritas

Auch in den Caritas Waisenhäusern in Burundi wird derzeit so gut es geht auf Corona-Schutzmaßnahmen gesetzt. Doch die aktuelle Situation stellt weiterhin eine große Herausforderung dar. Ein Lagebericht von unseren Projektpartnern vor Ort:

Der Wahlkampf Ende Mai in Burundi war von großen Menschenansammlungen und unter völliger Missachtung aller Coronavirus-Schutzmaßnahmen geprägt. Da mehr als 30 Menschen bereits positiv auf Covid-19 getestet wurden, dürfte die Zahl der Infizierten mittlerweile sehr hoch sein. Der Covid-Test wird nur in zwei Krankenhäusern in der Hauptstadt Bujumbura durchgeführt. Leider hat sich die Mehrheit des vom Gesundheitsminister ernannten Mitarbeiterteams mit Covid-19 infiziert, die gebührenfreie Info-Nummer 117 ist, Berichten zufolge, nicht mehr funktionsfähig.

Noch vor der Wahl wurden die WHO-Vertreter von der Regierung Burundis aufgefordert das Land innerhalb von 24 Stunden zu verlassen.

Die Radios informieren regelmäßig über die Krankheit, aber ohne auf die Schließung von Märkten, Schulen oder Universitäten zu verweisen und ohne Feste zu verbieten, bei denen viele Menschen zusammenkommen. Der 1. Mai 2020 wurde gefeiert, als ob es Covid-19 nicht gäbe und alles, was die Durchführung der Wahl verhindern würde, wurde untersagt.

In der Stadt respektieren die Menschen, sich bei der Begrüßung nicht die Hand zu schütteln und sich vor dem Betreten von Büros und anderen öffentlichen oder staatlichen Einrichtungen die Hände zu waschen, aber das Maß der Distanzierung und der sonstige Umgang mit Geld werden nicht eingehalten.

In fast allen Haushalten leiden die Menschen entweder an Grippe, Malaria oder an beiden gleichzeitig. Trotz der hohen Zahl der Todesopfer ist es schwierig anzugeben, welche Personen an Covid-19 sterben, da der Test nur in Bujumbura durchgeführt wird.

Corona-Schutzmaßnahmen in Caritas Waisenhäusern

In den Caritas Waisenhäusern in Burundi wird derzeit so gut es geht auf Corona-Schutzmaßnahmen wie regelmäßiges Händewaschen gesetzt. Dazu wurden etwa Handwascheinrichtungen direkt am Eingang und in der Nähe der Schlafsäle und Speisesäle aufgestellt.

Doch nicht nur Corona ist eine große Herausforderung. Schwester Godelive, unsere Projekt-Partnerin vor Ort erzählt uns, dass in den letzten zwei Monaten viele Kinder und Schwestern bettlägrig sind: Grippe, Malaria und Typhus sind die vermuteten Ursachen. Nun möchten die Schwestern für alle Waisenhäuser eine kleine Hilfsapotheke einrichten, damit sie noch rascher helfen können, wenn jemand erkrankt.