2. Studientage - Komplexe Suchtarbeit

Impulsreferate

Impulsreferat 1

Peter Donald Albert Cohen, Ph.D.

Menschenbilder in der Suchtarbeit

Suchterkrankung und Drogenabhängigkeit beschädigen oder zerstören neben körperlichen und seelischen Strukturen die sozialen Netzwerke und Konvois von Menschen in sehr umfassender und nachhaltiger Weise, so dass nicht mit einer kurzfristigen Heilung oder Rehabilitation gerechnet werden kann. Vielfältige Hilfen von unterschiedlichen HelferInnen und Hilfsagenturen sind notwendig, um in einer "Karrierebegleitung" mit einer Kette von Hilfeleistungen und einem "Ensemble von Institutionen" für die unterschiedlichen Gruppen von Suchtkranken die richtigen, weiterführenden Angebote zu machen. Niedrigschwellige,auf harm reduction gerichtete und hochschwellige, auf Drogenfreiheit zielende Verbundsysteme versuchen, eine begleitete Neusozialisation in prekären Lebenslagen zu ermöglichen und bedürfen dazu konsistenter Konzepte, die von allen MitarbeiterInnen vertreten werden, damit sie zu den KlientInnensystemen durchdringen können.

Impulsreferat 2

Univ.-Prof. Dr. Alfred Springer

Impulsreferat: Modelle der Suchtarbeit in Österreich

 

 

Impulsreferat 3

Prof. DDDr. Hilarion Petzold

Warum Verbundsysteme in der Suchtarbeit Not wendend sind

 

 

Vortrag 1

Univ.-Prof. DDDr. Hilarion Petzold

Was wirkt im Suchthilfeverbund?

Suchterkrankung und Drogenabhängigkeit beschädigen oder zerstören neben körperlichen und seelischen Strukturen die sozialen Netzwerke und Konvois von Menschen in sehr umfassender und nachhaltiger Weise, so dasss nicht mit einer kurzfristigen Heilung oder Rehabilitation gerechnet werden kann. Vielfältige Hilfen von unterschiedlichen Helferinnen und Helfern und Hilfsagenturen sind notwendig, um in einer "Karrierebegleitung" mit einer Kette von Hilfeleistungen und einem "Ensemble von Institutionen" die richtigen, weiterführenden Angebote zu machen: Niedrigschwellige, auf harm reduction gerichtete Angebote und hochschwellige, auf Drogenfreiheit zielende Angebote.

Verbundsysteme versuchen eine begleitete Neusozialisation in prekären Lebenslagen zu ermöglichen und bedürfen dazu konsistenter Konzepte, die von allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vertreten werden, damit sie zu den KlientInnensystemen durchdringen können.

Vortrag 2

DSA Dipl. Theologe Wolfgang Scheiblich und DSAin Dr.in Hermine Schmidhofer

Grundsätze einer schrankenlosen Zusammenarbeit

Die Zusammenarbeit unterschiedlicher Dienste und Einrichtungen mit speziellen Zielsetzungen und Hilfeleistungen wird seit längerer Zeit für die Suchtarbeit als unbedingt geboten angesehen. Der Wille zur Zusammenarbeit erfordert nicht nur die generelle Bereitschaft, sondern auch die Abstimmung der Konzepte, die Einführung formaler Regelungen für die Ebenen der Kooperation und die große Verbindlichkeit mit der ein allseits vereinbartes Grundkonzept versehen wird. Anhand von Kooperationsbeispielen aus den Städten Wien und Köln sollen die Entwicklungsstufen hin zu einem Verbundsystem dargestellt werden und ein Blick auf die Steuerung (Bedarfserkennung, Bedarfsdeckung, Finanzierung, Case Management, multidimensionale Diagnostik, Produktkatalog, Verantwortungsklarheit) solcher Verbünde geworfen werden.

Vortrag 3

OA DR. Werner Heran und FH-Prof. Dr. Peter Pantucek

Diagnostik inder Suchthilfe (aus soziologischer und medizinischer Sicht)

Für die Lebensqualität und die Lebenschancen von chronisch kranken Menschen (insbesondere Suchtpatientinnen und Suchtpatienten) sind medizinische, psychische und soziale Faktoren entscheidend. Eine umsichtige Hilfestrategie wird daher diese Faktoren berücksichtigen und für einen passgenauen Hilfemix sorgen. FH-Prof. Dr. Peter Pantucek wird ausgewählte sozialdiagnostische Verfahren vorstellen und über deren Praxiseinsatz in Einrichtungen für Suchtkranke berichten. OA Dr. Werner Heran wird die Grundzüge medizinisch-psychiatrischer Diagnosesysteme vorstellen unddie Bedetutung ovn Diagnosen für Therapien darstellen.