Die Sicherung des Überlebens ist unser Hauptziel

 

Nur wer überlebt kann wachsen. Daher muss die medizinische Grundversorgung den suchtkranken Menschen zuallererst das Überleben ermöglichen, ohne dabei auf das Erreichen der Abstinenz zu schielen. Die Abstinenz stellt für uns kein übergeordnetes Ziel, sondern eher eine Methode bzw. einen Weg zur Zielerreichung dar.

 

Förderung der physischen und psychischen Gesundheit und Schadensminimierung

Der Suchtmittelkonsum von verunreinigten Substanzen mit gebrauchten Spritzen und unter unhygienischen Bedingungen gehört zum Alltag vieler suchtkranker Menschen. Die Abgabe von sterilem Spritzenbesteck vermag die Ausbreitung von Infektionskrankheiten einzudämmen, während das Substitutionsprogramm eine stabile medikamentöse Behandlung gewährleistet. Zudem bringt das Leben in der Drogenszene traumatische Erfahrungen mit sich, die psychisches Leiden bewirken. Die wertschätzende Gesprächsführung beim Streetwork und die gewaltfreie Atmosphäre im Kontaktladen ermöglichen eine Auszeit von der traumatisierenden Straßenszene.

Abdeckung von lebenspraktischen Grundbedürfnissen

Obdachlosigkeit und finanzielle Engpässe kommen immer wieder vor. Um ihren Suchtmittelkonsum zu finanzieren, gehen manche KlientInnen der Prostitution nach oder sehen sich gezwungen, kriminelle Aktivität zu entwickeln. Einige werden von ihren Arbeitgebern nicht angemeldet und müssen als SchwarzarbeiterInnen tätig sein. Um mehr Autonomie erfahren zu können, bedürfen unsere KlientInnen einer sozialen Absicherung und identitätsstiftender Elemente wie Arbeit und würdevoller Wohnversorgung.

Erwerb neuer Fähigkeiten

Die Genesung suchtkranker Personen beginnt im Regelfall nicht mit einer abrupten Entscheidung zur Abstinenz, sondern ist eher als Prozess des Herauswachsens aus dem Drogenkonsum zu charakterisieren. Unmittelbares Ziel dieses Prozesses ist immer der Ausbau von Fähigkeiten und die Verbesserung der Lebensqualität. Um Zufriedenheit zu erlangen, muss sich jeder Mensch im Kontext seiner Zeit und seines Umfeldes immer wieder selbst definieren. Dabei wird er sehr individuelle Vorstellungen von Lebenszufriedenheit und Selbstverwirklichung entwickeln.

Individuelle Verbesserung der Lebensqualität ...

... ist unser letztes Ziel, weil jedes erreichte Ziel zu einer von den KlientInnen individuell empfundenen Verbesserung ihrer Lebensqualität führen soll.