Ein Kind auf einem Feld im Südsudan

Landwirtschaftstraining für Frauen - Südsudan

Der Südsudan ist eines der ärmsten Länder der Welt, für viele Menschen im Land ist die Lage dramatisch. Rund sieben Millionen Menschen sind derzeit von extremem Hunger bedroht und auf humanitäre Hilfe angewiesen.Gemeinsam mit Partnern vor Ort schulen wir Frauen deshalb darin, ihre kleine Landwirtschaft ökologischer und effizienter zu führen. Die Teilnehmerinnen lernen auch, die produzierten Überschüsse gewinnbringend zu vermarkten, um damit ihre Familien langfristig ernähren- und ihren Kindern eine Schulbildung ermöglichen zu können.

Eigentlich ist der Südsudan fruchtbar und bietet gute Voraussetzungen für eine Eigenversorgung. Doch aufgrund des knapp fünf Jahre dauernden Bürgerkriegs (2013-2018) können viele SüdsudanesInnen ihre Felder nicht mehr bestellen.

Konflikte, Trockenheit, Flüchtlinge

Jede dritte EinwohnerIn ist auf der Flucht, ca. 2 Million Menschen leben als Binnenflüchtlinge im eigenen Land, knapp 2,5 Millionen Flüchtlinge leben in den Nachbarländern (Quelle: OCHA, Amt der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten, 2018).

Die Hauptgründe für das hohe Level akuter Ernährungsunsicherheit sind unter anderem nationale und lokale Konflikte, die starke Abhängigkeit von nicht vorhersagbaren und schwachen Regenfällen, Flucht und damit verbundene brachliegende Felder.

Nur noch Gräser und Blätter als Nahrung

Hinzu kommt, dass die Menschen aufgrund der anhaltend schwierigen Situation alle Rücklagen und Vorräte aufgebraucht haben und deren Selbsthilfemöglichkeiten erschöpft sind. In diesem Jahr werden nur 52%  des nationalen Getreidebedarfs durch die Ernte gedeckt werden. Familien kochen Gräser und Blätter, um irgendwie satt zu werden. Diese füllen den Magen, haben jedoch kaum einen Nährwert.

Das Landwirtschaftstraining sichert nachhaltig die Lebensgrundlage

Die Schulung richtet sich an Frauen in der Hauptstadt Juba bzw. in der Umgebung (Lologo, Nyarjwa und Rejaf) die bereits kleine Ackerflächen bewirtschaften und ihre Anbaumethoden verbessern möchten. Der Großteil der Teilnehmerinnen hat keine bzw. nur eine geringe Schulbildung. Für die Frauen und ihre Familien ist die kleine eigene Landwirtschaft die einzige Chance, um Hunger und Armut zu lindern.

Nyarjwa liegt rund 25 Kilometer nordwestlich von Juba, der Hauptstadt des Südsudans, und besteht aus vier kleineren Dörfern mit rund 5.000 EinwohnerInnen. Die Siedlung liegt in einer Tiefebene, wodurch Wasser für die Bewässerung leicht verfügbar ist. Das Land eignet sich besonders gut für Gemüseanbau und Baumzucht. Rejaf liegt rund 12 Kilometer südöstlich von Juba am Fluss Nil. Das Dorf hat rund 2.000 EinwohnerInnen. Durch die Lage am Fluss ist in Rejaf eine ganzjährige Bewässerung möglich und das in Flussnähe gelegene Land ist grün und fruchtbar.

Afrikanische Frau mit Kind bei der Arbeit am Feld

Gesteigerte Erträge

Die Frauen lernen mit biologischen Anbaumethoden die Menge und die Qualität ihrer Erträge der auf ihrer kleinen Ackerflächen produzierten Lebensmittel zu steigern. Im Rahmen der Ausbildung werden den Frauen Kenntnisse in Kompostierung, Saatgut-Vermehrung, Fruchtfolge und ökologischer Landwirtschaft sowie in Vermarktung vermittelt. So können die Teilnehmerinnen sowohl die Qualität als auch die Quantität ihrer landwirtschaftlichen Produktion steigern. Sie können ihre Familien ausreichend ernähren und Überschüsse mit Gewinn am lokalen Markt verkaufen.

Mit dem erzielten Einkommen können die Familie notwendige Anschaffungen wie Kohle zum Kochen bezahlen und das Schulgeld für ihre Kinder entrichten. Die erfolgreichen Absolventinnen erhalten Kleinwerkzeuge und Saatgut und sind wichtige Multiplikatorinnen, die das erworbene Wissen in ihren Dörfern weitergeben.

Afrikanische Frauen bei der Arbeit am Feld

Bereits über 300 TeilnehmerInnen

Mit Spenden aus der Steiermark konnten in den letzten Jahren über 300 Frauen an den Landwirtschaftsschulungen der Caritas teilnehmen. Durch dieses Projekt findet auch ein langsamer Paradigmenwechsel von Subsistenzwirtschaft hin zu einer marktwirtschaftliche Landwirtschaft statt. Eine wichtige Entwicklung, um langfristig unabhängig von teuren Lebensmittelimporten zu werden. Darüber hinaus soll die ökologische Landwirtschaft auch die Bodenfruchtbarkeit langfristig erhalten.

Eliza ist eine der erfolgreichen Teilnehmerinnen, deren Felder neben dem Weißen Nil liegen. Sie hat gemeinsam mit vier Frauen einen Mikrokredit für einen Generator, eine Wasserpumpe und Rohre für die Bewässerung aufgenommen. Damit können sie ganzjährig größere Felder bewirtschaften und bessere Ernten erzielen. Mit dem Erlös der Überschüsse kaufen sie Benzin für den Generator und Lebensmittel, bezahlen das Schulgeld für ihre Kinder und die Raten für den Mikrokredit. Eliza und ihre Freundinnen planen bereits den weiteren Ausbau und die nächsten gemeinsamen Investitionen in ihre Farmen und in ihre Zukunft.

⇒ Mit einer Spende von 25 Euro unterstützen Sie eine Bäurin zum Beispiel mit einem Kleinwerkezeug und mit Saatgut!

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