Ein Kind auf einem Feld im Südsudan

Mit einem Handwerk zur Selbständigkeit - Südsudan

Gut ausgebildete junge Menschen können nicht nur ihre Familien ernähren, sie leisten auch einen wichtigen Beitrag für den Aufbau des gesamten Südsudans.

Der Aufbau der Infrastruktur im Südsudan, dem jüngsten Staat der Welt, ist eine der Top-Prioritäten. Bei einer durchschnittlichen Alphabetisierungsrate von 25 Prozent (bei Frauen sind es sogar nur 10 Prozent), gibt es viel zu wenig LehrerInnen, Schulen und Ausbildungsstätten. Für den Aufbau und die Entwicklung des jungen Staates werden aber dringend HandwerkerInnen benötigt.

Ausbildungszentrum am Stadtrand von Juba

 

Im Ausbildungszentrum der St. Vincent de Paul Society am Stadtrand von Juba  werden sechs Berufsausbilungskurse angeboten: Automechanik, Elektrik, Maurerhandwerk, Schneiderei, IT und First Aid. AbsolventInnen sind heiß begehrt – von regierungsnahen Betrieben oder der UN, manche machen sich auch selbständig.

Die Lehrgänge dauern 9 Monate, sind anhand von ILO-Kriterien (International Labour Organization) konzipiert und sind grundsätzlich in 25 Prozent Theorie-Unterricht und 75 Prozent Praxiseinheiten unterteilt. Zudem bietet die Ausbildung auch grundlegende Kenntnisse der Betriebswirtschaft, Mathematik und Gesundheitslehre an.

 

Nähkurse und Mikrokredite

Männer arbeiten an einer Mauer.

Gut ausgebildete junge Menschen können nicht nur ihre Familien ernähren, sondern leisten einen wichtigen Beitrag für den Aufbau des Südsudans.

Die Caritas Steiermark finanziert den dortigen Nähkurs. Jährlich werden rund 30 Frauen in Nähen ausgebildet, sie lernen Änderungsschneiderei, unterschiedliche Schnitte für Frauen, Männer und Kinder, Schnittzeichnen, Maßnehmen, Anpassung der Schnitte an individuelle Körpermaße, sowie die Handhabung und Reparatur der Nähmaschine. Darüber hinaus lernen die Frauen den Verkaufspreis zu kalkulieren und Marketing. Bei erfolgreichem Abschluss des Kurses erhalten sie ein Zertifikat und eine Nähmaschine.

Seit 2018 haben die besten Absolventinnen auch die Möglichkeit, sich zu einer Gruppe zusammenzuschließen und gemeinsam um einen Mikrokredit in der Höhe von 200 bis 500 Euro pro Person anzusuchen, den sie dann in Raten zurückbezahlen. Die Gruppe wird von einem Mitarbeiter begleitet und beraten, die Mitglieder unterstützten sich gegenseitig. Aufgrund der bisherigen positiven Erfahrungen des Mikro-Kreditprogrammes soll dieses nächstes Jahr ausgeweitet werden.