Beratungssituation

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„Zeichen von Solidarität, das Hoffnung macht“ - Caritas Steiermark dankt für Hilfe im Zuge der Covid-19-Pandemie

16.06.20 / 15:07

Krauthaeupl-Bauer übergibt Salatspende an Caritas-Mitarbeiter für die Lebensmittelnotausgabe

Foto: Caritas

Genau 110 Tage ist es her, dass in der Steiermark der erste Fall einer Covid-19-Erkrankung registriert worden war. Einschneidende Veränderungen im Arbeitsmarkt, im Bildungs- und Gesundheitsbereich oder in der Pflege folgten. Das Sozialleben kam zum Erliegen, und für so manche SteirerInnen wird die Corona-Krise noch lange existenzbedrohend sein.

Drei Monate nach dem „Lockdown“ dankt die Caritas all jenen, die der Hilfsorganisation beim Helfen halfen. „Ein herzliches Danke an alle, die in dieser für uns alle schwierigen Zeit helfen, Menschen in Not zu unterstützen. Das ist ein großes Zeichen von Solidarität, das Hoffnung macht.“ Mit diesem Worten bedankt sich Caritas-Direktor Herbert Beiglböck für die geleistete Hilfe im Zuge der Covid-19-Pandemie. Unternehmen, Privatpersonen, Dienstleister und Angestellte – sie alle bewiesen Zusammenhalt im Einsatz für Bedürftige in der Steiermark.

Wohnung, Kleidung und Essen für Bedürftige

Wie soll man Daheim bleiben, wenn man kein Zuhause hat? Damit Menschen ohne Wohnung auch in Zeiten der Ausgangssperre eine Bleibe haben, öffnete die Caritas-Notschlafstelle „Arche 38“ mit Unterstützung von Zivildienern und Freiwilligen ihre Pforten auch untertags und stellte obdachlosen Menschen Verpflegung, Hygiene und Bekleidung bereit. An zwei Tagen pro Woche belieferte das Grazer Gastro-Unternehmen Grossauer die wohnungslosen Menschen in der „Arche 38“ mit Menüs. Nicht weniger als 50 Tonnen Lebensmittel konnte die Caritas Dank der Spenden von Supermärkten, Bauern und Bäuerinnen oder Unternehmen gratis an Steirerinnen und Steirer weitergeben. Allein im Caritas-„Marienstüberl“ in Graz holten Bedürftige im Durchschnitt täglich 800 Kilogramm an Nahrungsmitteln ab.

Psychische und physische Gesundheit schützen

Für Menschen, die während der Corona-Krise zu finanziellen Härtefällen geworden waren, wurden Online-Beratungsdienste ins Leben gerufen und die Beratungsstelle zur Existenzsicherung („BEX“) dehnte ihre Kriterien für den Erhalt von finanzieller Soforthilfe aus. Das „Team Nächstenliebe“ und das österreichweite Caritas-Netzwerk „füreinand“ setzten Schritte gegen die Einsamkeit und brachten Hilfesuchende mit Menschen, die unterstützen wollten, zusammen: Rund 300 Steirerinnen und Steirer konnten auf diese Weise „vermittelt“ werden.

In rund 1.500 Telefonaten im „Plaudernetz“ wurden Österreich-weit mehr als 43.000 Minuten telefoniert, und die Hilfe hält noch immer an: So engagieren sich aktuell gemeinsam mit der Caritas etwa 1581 Freiwillige allein in der Steiermark. Ehrenamtlich Tätige leisteten gemeinsam mit Zivildienern und Caritas-Angestellten auch in der Gesichts-Schutz-Produktion großartiges: Allein 1.500 Gesichtsschutzschilder und 43.000 Gesichtsmasken wurden im Rahmen der Caritas-Beschäftigungsprojekte tag.werk und stoff.werk hergestellt. Umgekehrt stellten heimische Firmen wie Saubermacher medizinisch hochwertige Schutzausrüstung für Caritas-MitarbeiterInnen in den steirischen Pflegewohnhäusern und in der „Marienambulanz“ in Graz zur Verfügung.

Bitte um langen Atem und Blick über die Grenze

Drei Monate nach der landesweiten Quarantäne scheint in Österreich heute die schlimmste Phase in der Corona-Krise überwunden. In der Steiermark gelten mit heutigem Tag 2 Personen als infiziert. Gegenüber dem Höchststand vom 6. April 2020 hat sich die Zahl der an Covid-19-Erkrankten in unserem Bundesland damit um 99 Prozent verringert. Während die Chance, im Lotto zu gewinnen, in Österreich inzwischen weit höher ist als die Wahrscheinlichkeit, am Corona-Virus zu erkranken, steigt die Zahl der Neuinfektionen aktuell in Ägypten, dem Südsudan oder in Burundi, und damit in Projektländern der Caritas-Auslandshilfe, stark an.

„Gemeinsam haben wir die Hochphase der Bekämpfung der Corona-Pandemie gut überwunden. Die wirtschaftlichen Auswirkungen davon werden aber noch lange spürbar sein. Deshalb brauchen wir langen Atem für unsere Hilfe – nicht nur bei uns“, ergänzt Caritas-Steiermark-Direktor Herbert Beiglböck mit Blick über die Landesgrenzen. „Aktuell brauchen die Menschen in Afrika Unterstützung. Die Situation dort wird verschärft durch eine Heuschreckenplage, die großflächig Ernten vernichtet. Daher ist dieser dankbare Rückblick verbunden mit meiner großen Bitte an die Menschen in der Steiermark, weiterhin solidarisch zu bleiben und auch in der Hilfe über die Grenzen zu blicken“, so der Caritas-Direktor.

 

Foto: Die Grazer Krauthäuptel-Bauern unterstützen in der Corona-Krise die Caritas zweifach: Mit Schutzmasken und erntefrischem regionalen Salat. © Caritas Steiermark