Beratungssituation

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Corona-Krise im Südsudan - Update: „Wer sein Haus nicht verlassen kann, hat nichts zu essen…“

08.06.20 / 15:46

Caritas Projektpartner in Burundi und dem Südsudan haben mit der Produktion von Atemschutzmasken begonnen

Foto: Caritas

Seit Anfang April zählt auch der Südsudan zu den Ländern, die vom Corona-Virus betroffen sind. Derzeit verschlechtert sich die Situation dramatisch, täglich werden über 100 Menschen infiziert, die Gesamtzahl der positiven Fälle ist zum aktuellen Zeitpunkt auf über 1000 Menschen angestiegen, mehr als 10 Menschen sind gestorben. Tatsächlich dürfte die Zahl der an Covid-19 gestorbenen Menschen aber viel höher sein.

Als Sofortmaßnahmen wurden die Grenzen zu den Nachbarländern für den Personenverkehr sowie Schulen, Universitäten und öffentliche Einrichtungen geschlossen und eine nächtliche Ausgangssperre verhängt. Die Lebensmittelpreise in der Hauptstadt Juba und einigen anderen Städten sind drastisch gestiegen.

Mangel an Grundnahrungsmittel verhindert „Social Distancing“

Was die Situation noch verschlimmert, ist, dass die Menschen sich nicht an Sperrmaßnahmen halten können, um zu Hause zu bleiben, weil sie hinausgehen müssen, um nach Nahrung zu suchen. „Wer sein Haus nicht verlassen kann, kann nicht essen, Vorräte für mehrere Tage haben nur wenige“, bringt es Betram Kuol, Partner der Caritas Steiermark und Leiter der Hilfsprojekte in Juba, auf den Punkt.

Die Regierung ist nicht in der Lage, Nahrungsmittel an die Menschen zu verteilen, damit sie zu Hause bleiben können. Angesichts des Mangels an Grundnahrungsmitteln und anderen lebensnotwendigen Gütern sind die Märkte überfüllt, und soziale Distanzierung ist nur schwer einzuhalten.

Viele können sich Schutzmasken nicht leisten

Da Mund-Nasen-Schutzmasken für die große Mehrheit unerschwinglich sind, tragen die Menschen keine Gesichtsmasken. Aus diesen Gründen steigt die Zahl der Infektionen rapide an, und jeder ist einem großen Risiko ausgesetzt, an der Krankheit zu erkranken.

Die meisten Minister der Corona-Arbeitsgruppe, darunter der Vorsitzende, sind infiziert. „Die Tragödie ist, dass kranke Menschen erst dann klare Symptome zeigen, wenn es zu spät ist, und sie bis dahin andere Familienmitglieder und andere Personen in der Gemeinschaft angesteckt haben. Vermutlich sind daher bereits sehr viele Menschen am Corona-Virus erkrankt, wurden aber nicht getestet“, erklärt Kuol. Dazu kommen der Mangel an Testmöglichkeiten und sehr wenig geschultes medizinisches Personal.

Caritas unterstützt bei Corona-Schutzmaßnahmen vor Ort

Die Caritas der Diözese Graz-Seckau unterstützt ihre Projektpartner im Südsudan und in Burundi weiterhin mit Informationen zur Vorbeugung der Ausbreitung des Virus sowie mit einem Beitrag zur Anschaffung von Desinfektionsmitteln und Schutzmasken (sofern erhältlich) bzw. Seife und Anleitungen zur Herstellung von einfachen Stoff-Schutzmasken.

Für die in den Projekten der Caritas unterstützten Frauen und Kindern wird, in Abstimmung mit den lokalen Verantwortlichen und internationalen Programmen, eine Unterstützung mit Lebensmitteln und Seife bzw. verbesserte Wascheinrichtungen vorbereitet.