Beratungssituation

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Pfarrcaritas-Tag mit Bischof Hermann Glettler

26.03.19 / 08:43

„Den Armen An-Sehen geben" 

Pfarrcaritas-Tag mit Bischof Hermann Glettler gibt Impulse für Einsatz gegen Armut

 

„Wir müssen genau hinschauen, um auch versteckte Armut zu sehen. Die Armen sehen, ihnen An-Sehen geben“. Das sagte Bischof Hermann Glettler zum Auftakt des Pfarrcaritas-Tags am Freitagabend im Caritas-Schulzentrum in Graz. Unter dem Motto „Der Armut ein Gesicht geben“ trafen rund 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Pfarren und Initiativen der gesamten Steiermark zusammen. In seinem Eröffnungsstatement betonte Pastoralamtsleiter Erich Hohl mit Papst Franziskus die Dringlichkeit dieses Anliegens und bedankte sich bei all jenen, die sich für die Sorgen und Nöte der Mitmenschen einsetzen, denn: "Menschlich handeln ist unverzichtbar für das Wohl der ganzen Gesellschaft."

 

Netzwerk stärken

Als gemeinsames Ziel formulierten Anton Tauschmann vom bischöflichen Pastoralamt und Georg Eichberger von der Caritas, „das Netzwerk derer zu stärken, die auf vielfältige Weise Verantwortung dafür übernehmen, dass Menschen, die Hilfe brauchen, sie bekommen“.

 

Einsamkeit und versteckte Armut

Bischof Hermann Glettler nannte Einsamkeit und versteckte Armut als eine der großen Herausforderungen: „Chronisch Kranke, Gewaltopfer, Einsame, auch Mindestpensionisten, die alleingelassen und abgeschoben werden. Da muss man oft genau hinsehen, um die Armut zu entdecken.“ Mut mache ihm, dass es zwar viele Gesichter der Armut, aber auch viele Gesichter der Solidarität gebe. Jeder einzelne sei zur Anteilnahme am Schicksal anderer aufgefordert, denn: „Es gibt gesellschaftlich nicht mehr den Konsens, dass alle gleich am Wohlstand teilhaben sollen“. Auch Caritasdirektor Herbert Beiglböck benannte Sorgen angesichts einer gesellschaftspolitischen Entwicklung: „Es ist nicht mehr so klar, dass jeder Mensch die gleiche Würde hat. Da beginnt etwas zu rutschen, was hoch gefährlich ist“.

 

Marktplatz der Ideen

Konkrete Anregungen holten sich die zahlreichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Pfarren der gesamten Steiermark am „Marktplatz der Ideen“. Initiativen wie eine Nähwerkstatt für Flüchtlingsfrauen aus Kumberg oder eine niederschwellige Schuldnerberatung stellten ihre persönlichen Ansätze vor.

 

Fotos: credit Caritas/Pierre Payer