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Homeless World Cup 2018: Rang 16 für Österreich bei der 16. Sozialen Straßenfußball-Weltmeisterschaft

16.11.18 / 10:28

Österreich belegte beim 16. Homeless World Cup (HWC) unter 40 teilnehmenden Nationen den 16. Rang im Herrenbewerb. Dem Veranstalterland Mexiko gelang mit dem Sieg im Frauen- und Herrenbewerb das Double. „Wir haben alles versucht und bis zum Ende gekämpft. Das habe ich sicher für mein Leben gelernt, dass man mit Niederlagen umgehen können muss. Einfach ein neues Ziel setzen und nach vorne schauen, weitermachen“, so Nationalspieler Niamat Mohammadi.

Nach Siegen gegen Hong Kong (Mittwoch, 13. 11), Italien und Kirgistan sowie einer Niederlage gegen den späteren Sieger Mexiko (alle drei Spiele am Donnerstag) konnten die Österreicher in die obere Hälfte der Zwischenrunde aufsteigen, wo am dritten Spieltag Finnland und Irland besiegt wurden. Gegen Chile und Portugal schlitterten die Österreicher dann teilweise in unglückliche Niederlagen, gegen Russland wurde nach einem Unentschieden und einer anschließenden Niederlage im Penaltyschießen ein Punkt geholt, mit dem sich das österreichische Team für die KO-Runde um die Platzierungen zwischen dem 9. Und dem 16. Platz qualifizieren konnte.

Starke Technik, fehlende Fitness

Somit spielte die Mannschaft von Teamchef Gilbert Prilasnig noch um die sogenannte Carlos Slim-Trophy für die Neuntplatzierten. Die Carlos Slim Trophy ist damit der zweitwichtigste von insgesamt fünf Pokalen, die beim Homeless World Cup vergeben werden. Leider konnten die Spieler aber nicht mehr an die in der Vor- und Zwischenrunde gezeigten Leistungen anschließen. „Wir sind technisch und taktisch ganz gut, aber es zeigten sich Schwächen in der Fitness, die in der Schlussphase des Turniers aber immer wichtiger wird“, kommentierte Teamchef Gilbert Prilasnig den 16. Gesamtrang, mit dem aber trotzdem das vor Turnierbeginn gesteckte Ziel, unter die besten 24 zu kommen, erfüllt wurde.

Niederlagen gegen Bulgarien und Peru

Im ersten Match um die Carlos Slim-Trophy trafen Prilasnig und seine Spieler auf Bulgarien. Nach einer ausgeglichenen ersten Hälfte ging Österreich mit einem knappen 0:1 in die Pause. In der zweiten Halbzeit konnten die Bulgaren dann schnell auf 3:0 davonziehen, ehe Ali Reza Faizi mit einem verwerteten Penalty den Anschlusstreffer erzielte und Niamat Mohamadi auf 2:3 verkürzte. Schließlich setzte der Schlusspfiff der Aufholjagd der Österreicher ein Ende und das Match ging mit 2:3 verloren.

Somit war der nächste Gegner in dieser Trophy-Phase, die im KO-Modus ausgetragen wird, Peru. Die Österreicher hatten sich viel vorgenommen, gingen rasch durch Hussain Azizi mit 1:0 in Führung. Niamat Moahmadi und abermals Hussain Azizi konnten sogar auf 3:0 erhöhen, ehe die Peruaner immer besser ins Spiel kamen – bzw. durch individuelle Fehler der Österreicher aufholen konnten: Der erste Treffer gelang den Peruanern noch vor der Pause, in der zweiten Hälfte zogen die Südamerikaner auf 7:3 davon. Verschärft wurde die schwache Phase der Österreicher, da Martin Leidl beim Stand von 3:3 mit einer Knieverletzung aus dem Spiel musste. Schon vor dem Match hatte Tormann Afshar Alizadeh mit einer Schulterverletzung zurückziehen müssen. Ähnlich wie zuvor gegen Bulgarien konnten die Österreicher durch 2 Tore von Niamat Mohamadi noch eine Aufholjagd einleiten, die aber durch den Schlusspfiff zu früh beendet wurde, um die 5:7 Niederlage noch abwenden zu können.

Spiel um Platz 15 gegen Polen

Durch Niederlagen ging es im abschließenden Match am Sonntag gegen Polen „nur“ noch um Platz 15. Bis auf den verletzten Martin Leidl konnte das Team wieder geschlossen antreten, doch machte sich im restlichen Kader die Erschöpfung der letzten Tage bemerkbar. Zusätzlich zu den kräftezehrenden Spielen, machte sich auch die Seehöhe in Mexiko City (rund 2300 m) bei den Österreichern bemerkbar. Es galt also, für das letzte Match noch einmal alle Reserven zu mobilisieren und gegen die mit starkem Körpereinsatz spielenden Polen dagegen zu halten. Das rot-weiß-rote Team kämpfte mit vollem Einsatz, aber vor allem in der Offensive gelang wenig und so stand es zur Pause bereits 3:0 für Polen. In der zweiten Hälfte gelang es zwar die Defensive zu verbessern – den Polen gelang kein weiteres Tor – doch die Offensive blieb weiter ohne Torerfolg. So ging auch das letzte Match mit 0:3 verloren und Österreich belegte beim Homeless World Cup 2018 den 16. Platz.

„Wir haben gut gekämpft, und natürlich irgendwie den Traum gehabt, vielleicht sogar Weltmeister zu werden“ so Niamat Mohamadi nach dem Match. „Aber man kann nicht immer nur gewinnen, wir haben alles versucht und bis zum Ende gekämpft. Das habe ich sicher für mein Leben gelernt, dass man mit Niederlagen umgehen können muss. Einfach ein neues Ziel setzen und nach vorne schauen, weitermachen.“

Potenzial nicht voll genutzt

Dass der 16. Rang nicht ganz dem Potential des rot-weiß-roten Teams entspricht, sieht man an manch anderen Platzierungen: Russland, gegen das man in der Zwischenrunde nach einem 3:3-Unentschieden das Penaltyschiessen verlor, hat die Carlos Slim-Trophy überlegen gewonnen und damit Rang 9 belegt. Gegen die schlußendlich viertplatzierten Portugiesen hatten die Österreicher erst in den Schlusssekunden durch eine strittige Schiedsrichterentscheidung knapp 3:4 verloren.

Positives Resümee von Teamchef Prilasnig

„Wir haben uns trotz allem im Lauf der Woche gut entwickelt. Vom ersten Match weg war eine klare Steigerung erkennbar und der beste Tag war der Freitag. Gegen die sehr starken Gegner Chile, Portugal und Russland hat man zwar nur einen Punkt geholt, aber man darf nicht nur das Ergebnis, sondern muss vor allem die Leistung beachten“ zog Teamchef Gilbert Prilasnig zufrieden Bilanz. Doch „getrübt wird sie einzig dadurch, dass die beiden abschließenden Tage der Carlos Slim-Trophy auch von den Ergebnissen her besser sein hätten können. Wenn man die gezeigte Leistung zum Beispiel mit der vom Freitag vergleicht, wäre da mehr möglich gewesen.“

Titel für Mexiko

Den Titel holte in der randvollen Arena am großen Stadtplatz Zocalo unter großem Fanjubel sowohl bei den Frauen (5:3 gegen Kolumbien), als auch bei den Herren (6:3 gegen Chile) das Gastgeberland Mexiko.

Der HWC 2019 in Wales

Damit ist der 16. Homeless World Cup Geschichte und es gilt, den Blick nach vorn zu richten: Der 17. Homeless World Cup wird 2019 in der walisischen Hauptstadt Cardiff über die Bühne gehen!

Fotos

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