Beratungssituation

Beratungssituation

4. Caritas Tag der Demenz - Das Herz und der Körper vergessen nicht

26.09.16 / 10:07

GR Arno Maier, Caritasdirektor Mag. Herbert Beiglböck, Bereichsleiterin Mag. Petra Prattes, Rektor Univ.-Prof. Dr. Wilfried Eichlseder

Foto: Margit Kundigraber, v.l.n.r.: GR Arno Maier, Caritasdirektor Mag. Herbert Beiglböck, Bereichsleiterin Mag. Petra Prattes, Rektor Univ.-Prof. Dr. Wilfried Eichlseder

Caritasdirektor Mag. Herbert Beiglböck meinte in seinen Begrüßungsworten: „Jeder Mensch ist ein einzigartiges Geschöpf, der von Anfang bis zum Ende auf ein Leben in Würde ausgerichtet ist.“ Gelassenheit, Wissen und Kompetenz seien für eine gute Betreuung notwendig, aber es müssten auch die politischen Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit die Pflege Betroffener solidarisch getragen wird.

Der richtige Umgang mit Betroffenen

Vortag von Dr. Matzawrakos

Der Psychiater und Leiter des Gerontopsychiatrischen Zentrums (GPZ) in Graz Dr. Alexis Matzawrakos sprach über herausforderndes Verhalten bei Demenz und wie man damit umgeht. Seine Botschaft: „Nicht der Klient ist gestört, sondern die Interaktion mit dem Umfeld.“ Daher ist es wichtig, den Betroffenen körperlich gesund zu halten und in erster Linie nicht-medikamentöse Maßnahmen zu finden, wie zum Beispiel die Funktion des Verhaltens zu verstehen oder über die Biographiearbeit den Grund dafür zu finden. Denn das Herz und der Körper vergessen nicht.

Wenn Angst den Alltag bestimmt

Vortrag Mag. Oswald

Das Thema Angst behandelte Mag. Sabine Oswald, Psychotherapeutin und seit vielen Jahren in freier Praxis für Menschen mit Demenz tätig, in ihrem Vortrag: Die Angst der Angehörigen, die Angst der Pflegenden und die Angst der Betroffenen selbst. „Demenz ist eine langsame Erkrankung, Sie haben Zeit, sich an die Situation zu gewöhnen“, appelliert Oswald an die Zuhörer. Wesentlich sei es, die Angst zu erkennen und Menschen mit Demenz die Wertschätzung zu geben, die sie sich selbst nicht mehr geben können.

  • Die Aula der Montanuniverstität Leoben war am 4. Tag der Demenz gut gefüllt.

    Die Aula der Montanuniverstität Leoben war am 4. Tag der Demenz gut gefüllt. © Margit Kundigraber

  • Demenz-Expertin Dr. Oswald erzählte den Interessierten von ihren Erfahrungen.

    Demenz-Expertin Dr. Oswald erzählte den Interessierten von ihren Erfahrungen. © Margit Kundigraber

  • Am Buffet konnten sich die BesucherInnen des 4. Tag der Demenz stärken.

    Am Buffet konnten sich die BesucherInnen des 4. Tag der Demenz stärken. © Margit Kundigraber

  • Die Zuhörer und ZuhörerInnen waren sehr interessiert.

    Die Zuhörer und ZuhörerInnen waren sehr interessiert. © Margit Kundigraber

  • Auch die Möglichkeit für Gespräche und Austausch war gegeben.

    Auch die Möglichkeit für Gespräche und Austausch war gegeben. © Margit Kundigraber

  • Gut informiert zum Thema Demenz: am 4. Tag der Demenz in Leoben.

    Gut informiert zum Thema Demenz: am 4. Tag der Demenz in Leoben. © Margit Kundigraber

Caritas Angebote rund um Demenz

Der Nachmittag wurde dazu verwendet, die Angebote der Caritas im Bereich Demenz darzustellen. Im diesem Rahmen präsentierten Hausleiter Klaus Hinger und Pflegedienstleitung Manuela Haindl vom Senioren- und Pflegewohnhaus Leoben ihre „Demenzgruppe“, in der von Demenz betroffene Bewohner eine Tagesstruktur erfahren und ihre noch vorhandenen Fähigkeiten und Ressourcen gefördert werden.

Mehr Informationen zu Angeboten der Caritas zum Thema Demenz

Erfahrungsbericht

Als Abschluss erzählte eine Angehörige von ihrer an Demenz erkrankten Mutter und ihrem Umgang damit, als sie ins Pflegewohnhaus übersiedelte. „Ich dachte mir, das gibt´s ja nicht, dass ich das nicht schaffe, meine Mutter 24 Stunden zu betreuen,“ erzählt sie, „aber dann konnte ich plötzlich selber nicht mehr schlafen“. Als sie feststellte, wie wohl sich die Mutter in der neuen Umgebung fühlt, hatte sie auch kein schlechtes Gewissen mehr und freut sich über die Ruhe, mit der sie ihrer Mutter nun begegnen kann. „Und auch wenn sie jetzt oft ganz anders ist als früher in ihrem Leben, so freue ich mich sehr, dass ich sie noch habe und dass sie mich kennt.“

 

Während der Pause und nach Abschluss der Vorträge bestand die Möglichkeit, sich auf den Ständen der Aktionspartnerinnen über Produkte und Angebote aus dem Bereich der Pflege zu informieren.

 

 

Weitere Informationen:

www.caritas-pflege.at

www.caritasakademie.at

T: 0316/8015 457