Beratungssituation

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Die Caritas schenkt Flüchtlingen keine Handys

01.03.16 / 15:08

Foto: Caritas/Krenker

Warum Gerüchte über geschenkte Smartphones für Asylwerber und Flüchtlinge frei erfunden sind.

 

Gerüchte werden gezielt verbreitet

Wir erleben, dass Gerüchte gezielt in die Welt gesetzt werden, um die Caritas in Misskredit zu bringen und um Vorurteile gegen Flüchtlinge zu schüren. Wir möchten unsere Energie jedoch nicht auf das ständige Dementieren der gleichen Falschaussagen richten sondern lieber dafür arbeiten, dass Menschen in Not geholfen wird. Wichtig ist uns, dass nicht eine Gruppe von Bedürftigen gegen eine andere ausgespielt wird.

 

"Die Caritas schenkt Flüchtlingen neue Smartphones"

Die Beschreibung des Vorgangs ist dabei immer die gleiche: Jemand habe gesehen, dass ein Flüchtling im Handyshop ein Smartphone aussuchte, ein Schreiben vorwies und das Handy mit dem Hinweis auf die Caritas ohne Bezahlung mitnehmen konnte. Diese Erzählung ist falsch.

 

Was andere Gerüchte betrifft

Die Caritas kauft oder bezahlt weder Smartphones noch konventionelle Handys, und sie übernimmt auch keine Rechnungen. Die Caritas finanziert auch keine laufenden Kosten vorhandener Geräte. Dies gilt genauso für ähnliche Erzählungen über Markenkleidung oder Küchen- und Wohnungseinrichtungen. Was es fallweise gibt, sind bei Bedarf Gutscheine für Carlas, wo Flüchtlinge gebrauchte Kleidung günstig erhalten können.

 

„Aber, warum haben fast alle Flüchtlinge Smartphones?“

Diese Frage könnte man umgekehrt stellen: Was würde jeder Mensch aus Europa mitnehmen, wenn er aus dem Haus geht?

 

Mit ihrem Mobiltelefon können Menschen auf der Flucht vieles:

  • Zeugnisse abfotografiert mitnehmen
  • Ihre Herkunft dokumentieren
  • Den Fluchtweg nachweisen und Kontakte halten, wenn Gruppen unterwegs auseinander gerissen werden oder Teile der Familie zu Hause bleiben
  • Sich dank GPS-Funktion orientieren

 

Wie können sich Flüchtlinge Smartphones leisten?

In vielen Herkunftsländern ist der Lebensstandard so hoch, dass das Mobiltelefon auch dort zum Alltagsleben gehört. Außerdem produzieren viele Hersteller technisch abgespeckte Modelle für den ärmeren Markt.

 

SIM-Karten wurden gespendet

Es gab übrigens tatsächlich eine Spende von österreichischen Mobilfunkunternehmen von einer Anzahl von SIM-Karten. Diese wurden über die Hilfsorganisationen an Flüchtlinge gegeben. Dies war eine begrenzte Aktion und bezog sich auf Karten für vorhandene Geräte.

 

So können Sie helfen

 

Bleiben Sie im Gespräch!

Mit diesem Fakten-Check wollen wir Sie mit Hintergrundinformationen zum Thema Flucht & Asyl unterstützen und Sie bitten: Bleiben Sie im Gespräch und treten Sie gegen Fremdenfeindlichkeit und Stammtischparolen auf - am echten Stammtisch und auch online. Sagen Sie uns Ihre Meinung auf Facebook, wir gehen Ihren Anfragen nach und versuchen, Klarheit zu schaffen.

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Wie kann ich Flüchtlingen helfen?

Auf der einen Seite braucht es natürlich Spenden. Helfen kann man aber auch, indem man Zeit schenkt, um miteinander zu spielen, um beim Deutsch lernen zu helfen, um gemeinsam zu feiern und gemeinsam zu lachen.