Hermann Glettler zum ersten Fastensonntag

Der Bischofsvikar für Caritas teilt seine Gedanken zur Fastenzeit.

Ausgangspunkt

Wir träumen davon, alles regeln zu können und für alle Probleme, für die privaten und weltweiten eine Lösung zu haben. Wir möchten mächtig sein, zumindest eine gewisse Selbstwirksamkeit erleben, Einfluss haben und etwas gestalten können. Steine in Brot verwandeln – das wär´s!

Botschaft

Es fällt niemanden leicht, Grenzen anzunehmen. Anzunehmen, dass unsere Kräfte und Ressourcen begrenzt sind. Der Versuchung widerstehen, sich in eine trügerische, eingebildete Souveränität zu begeben. Wir sind nicht Gott.

Sonntagsevangelium

Wenn Sie heute die Möglichkeit haben, das Sonntagsevangelium zu hören, werden sie überrascht sein, wie demütig und zugleich souverän Jesus auftritt. Er widersteht den Einflüsterungen des Teufels. Er hält dem Versucher das Wort Gottes entgegen: Der Mensch lebt nicht nur vom Brot! Jesus hat es nicht nötig, sich groß als Wunderwuzzi aufzublähen. Hinhören, Einfachheit und Vertrauen – das ist der Weg, den Gott uns anbietet.

Praxistipp

Gerne würden wir Brot in Steine verwandeln. Funktioniert meist nicht. Aber wir könnten aufhören, Brot wegzuwerfen,  einen auf Verschwendung aufbauenden Lebensstil in Frage stellen, mit Lebensmitteln, Ressourcen und allem, was uns zur Verfügung steht – bewusster, sparsamer, solidarischer umgehen. Das wär schon ein Wunder – ein beeindruckendes Verwandlungswunder!