Hermann Glettler zum fünften Fastensonntag

Der Bischofsvikar für Caritas teilt seine Gedanken zur Fastenzeit.

Ausgangspunkt

Bilder des Todes, Schreckensnachrichten aus der ganzen Welt – das meiste davon nicht mehr zu bewältigen. Eine fast logische Reaktion ist eine wachsende Gleichgültigkeit. Verlust der Fähigkeit, zu weinen. Wirklich betroffen machen uns nur mehr die ganz großen Katastrophen. Oder der Tod von einem lieben Menschen. Dann ist es ganz nah.

Botschaft

Mit Tod umzugehen ist für niemanden leicht. Es hat etwas Endgültiges. Das ist nicht leicht anzunehmen. Man kann sich mit ein paar guten Sprüchen hinweghelfen – oder vielleicht doch glauben, dass bei der Sache von der Auferstehung mehr dran ist …

Sonntagsevangelium

Wenn Sie heute die Möglichkeit haben, das Sonntagsevangelium zu hören, werden sie Jesus erleben, wie er mit Martha diskutiert, die ihm Vorwürfe macht – und sie werden denselben Jesus erleben, wie  er mit ihrer Schwester Maria weint. Ja, so menschlich, liebevoll war Jesus. Und er setzt dann ein Zeichen, das alle Schemata menschlichen Verstehens sprengt. Er ruft seinen Freund Lazarus, der schon drei Tage tot war, aus dem Grab heraus. Da bleibt allen der Mund offen …

Praxistipp

Wir sind geneigt, in die Todes-Kiste zu starren. Das Furchtbare und Negative hoch zu bewerten und zu verbreiten. Todes-Botschafter. Wir können auch Lebens-Botschafter werden. Erzählen Sie in dieser Woche jemanden bewusst eine Begebenheit, wo sie gesehen haben, dass das Leben gelingt. Wenn es für sie und in der Begegnung passt, können sie auch die Lazarusgeschichte erzählen. Ein starkes Ereignis: Jesus ist stärker als der Tod! Glaube ist stärker als Verzweiflung.