Ein Einblick in die Fastenzeit in Bulgarien

Eine schriftliche, deutsche Version findest Du weiter unten.

Caritas-Mitarbeiterin Vesna Sadovska über die Fastenzeit

"Mein Name ist Vesna Sadovska und ich bin Mitglied des Aufsichtsrats der Caritas Sofia. Ich lebe außerdem hier in Sofia, wo wir uns auch gerade befinden. Meiner Erfahrung nach, handelt es sich beim Fasten um eine sehr spezielle Zeit mit Gott – es ist etwas, das man Gott persönlich verspricht für ihn zu tun. Ich selbst nehme während der Fastenzeit an jedem Freitag nur Wasser und Brot zu mir. Was ich dabei gelernt habe, ist: Je mehr man Gott etwas geben will, desto mehr bekommt man von ihm zurück. Der Grund, warum er so viel gibt, ist, dass man auch viel aushalten kann. Was ich sagen kann ist, dass fasten wirklich Stärke für das Gebet und das spirituelle Leben gibt. Man fühlt sich Gott dadurch näher."

Hintergrund

Vesna Sadovska, Übersetzerin für Englisch und Italienisch, ist Katholikin und gehört in Bulgarien damit einer religiösen Minderheit an: Nur ein knappes Prozent unter den 8 Millionen Bulgarinnen und Bulgaren bekennt sich offiziell zum Katholizismus – 65.000 von ihnen feiern nach lateinischem Ritus, 10.000 nach byzantinischem und gelten als Gläubige der bulgarisch-katholischen Kirche. Übrigens: Sowohl für bulgarisch Orthodoxe als auch für die bulgarischen Katholikinnen und Katholiken birgt das Ende der heurigen Fastenzeit eine Besonderheit: ein gemeinsames Osterfest. Nur wenn der erste Vollmond nach Frühlingsbeginn mehr als 13 Tage nach dem 21. März liegt, feiern die christlichen Kirchen Ostern zur selben Zeit. Die unterschiedlichen Ostertermine von Orthodoxen und Westkirchen gehen auf die Verwendung von Julianischem Kalender einerseits (Ostkirchen) und Gregorianischem Kalender andererseits (Westkirchen) zurück. Ein gemeinsames Osterfest von Ost- und Westkirche ist demnach eine Seltenheit und ist, von heuer abgesehen, erst wieder im Jahr 2025 der Fall.

Die Caritas in Bulgarien

Bulgarien ist seit 1. Jänner 2007 Mitglied der Europäischen Union, aber es bestehen nach wie vor eine Menge politischer, sozialer und wirtschaftlicher Probleme. Das Land gilt als das ärmste innerhalb der EU.

Unter folgendem Link kannst du mehr über die Arbeit der Caritas Steiermark in Bulgarien erfahren und wie du sie dabei unterstützen kannst: Caritas-Auslandshilfe in Bulgarien