Hermann Glettler zum dritten Fastensonntag

Der Bischofsvikar für Caritas teilt seine Gedanken zur Fastenzeit.

Ausgangspunkt:

Wasser ist unersetzbar. Nicht nur für den Körper – zum Waschen und Trinken. Das gilt auch für Geist und Seele: Manchmal fühlt man sich ausgetrocknet, vielleicht sogar ein wenig ausgebrannt, zumindest innerlich ziemlich trocken. Nichts Frisches, nichts Lebendiges, …

Botschaft

Diese Phasen innerer Trockenheit bleiben fast niemandem erspart. Selbstverständlich wächst die Sehnsucht, nicht nur dem Körper etwas Erfrischendes zu gönnen, sondern ein „lebendiges Wasser“ zu bekommen. Oft  geschieht dies durch eine Begegnung, die einen nicht auslaugt, sondern erfrischt – welch ein Geschenk!

Sonntagsevangelium

 

Wenn Sie heute die Möglichkeit haben, das Sonntagsevangelium zu hören, werden Sie überrascht sein, dass Jesus im öffentlichen Raum – am Dorfbrunnen – eine Frau anspricht, noch dazu eine Frau aus dem verruchten Samarien, eine Fremde sozusagen. Das war für Juden tabu! Jesus bittet sie um Wasser. Sie weiß nicht wie ihr geschieht. Es beginnt ein sehr berührendes Gespräch – sie erzählt ihr ganzes Leben und merkt, dass ihr die Begegnung mit Jesus gut tut. Sie fühlt sich total erfrischt, quelllebendig. Sie hatte vieles erlitten und vieles falsch gemacht. Jetzt aber erfährt sie Barmherzigkeit und nicht Verurteilung. Das Leben ist zurück!

Praxistipp

Versuchen Sie ihre persönliche Geschichte zu erzählen. Oder aufschreiben. Bestimmt finden Sie jemand in ihrem Freundeskreis, der Ihnen zuhören wird – auch Priester oder andere Seelsorger/innen sind dafür da.  Ihre Geschichte ist kostbar! Gott weiß um ihr Leben.