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"Genug zu essen zu haben, ist ein Menschenrecht" - 01.08.07

Josef Hubmann (Kath. Männerbewegung - trägt die Aktion mit), Caritasdirektor Franz Küberl mit dem Afrika-Weckerl vom Backhaus Hubert Auer und Mag. Brigitte Kroutil-Krenn (Leiterin der Auslandshilfe der Caritas Steiermark)

Caritasdirektor Franz Küberl zum Start der Caritas-Augustsammlung für Brennpunkte der Not in Afrika, Asien und Lateinamerika

"Genug zu essen zu haben, ist ein Menschenrecht. Aber dieses Menschenrecht wird jeden Tag viele tausend Male mit Füssen getreten", sagt Caritasdirektor Franz Küberl zum Start der heurigen Augustsammlung zugunsten von Menschen in Not in Afrika, Asien und Lateinamerika. 18.000 Kinder sterben jeden Tag an - nichts. "Sie sterben, weil sie nichts zu essen und nichts zu trinken haben. Sie sterben an Mangel in einer Überfluss-Welt", so Küberl. Die Ursachen seien zwar vielfältig und oft sehr komplex, aber: "Überwiegend ist Hunger hausgemacht und Folge menschlichen Fehlverhaltens."
Der Caritas-Direktor ist soeben von einem Lokalaugenschein im Sudan zurückgekommen. Allein in die Region um die Hauptstadt Khartoum leben rund viereinhalb Millionen Menschen als Vertriebene im eigenen Land. Auf der Flucht vor dem langjährigen, erst kürzlich beendeten Bürgerkrieg im Süden oder der Gewalt in der Krisenregion Darfur leben sie in Behausungen aus alten Fetzen, wo es in der Regenzeit überall hereinregnet oder in Lehmhütten, die dem Wasser auch nicht immer standhalten können. So haben sich im Zuge des jüngsten Hochwassers Mitte Juli viele dieser Lehmhütten einfach aufgelöst. Die Caritas leistete Nothilfe.

Sonnenstrahlen der Hoffnung
"Die Menschen im Sudan sind verzweifelt, ohne Perspektiven, ohne Kraft. Viele von den Flüchtlingen leben schon seit 15 Jahren in den Lagern, können nicht vor und nicht zurück. Die Dörfer, die sie verlassen haben, gibt es nicht mehr", zeigt sich der Caritas-Direktor erschüttert. Rund um Khartoum unterstützt die Caritas mit Spenden aus Österreich und vor allem aus der Steiermark Hilfsprojekte der St. Vincent de Paul Society unter der Leitung von Diakon Kamal Tadros (s. auch S. 3).
Damit aus Hoffnungslosigkeit Hoffnung, aus Würdelosigkeit Würde und aus Inhumanität Humanität werden kann, müsse man an vielen Punkten ansetzen, so Küberl. So werden etwa mithilfe der steirischen Caritas in Ernährungszentren rund um die Hauptstadt 8.000 Babys und Kleinkinder bis zu vier Jahren mit Milch und einem Brei aus Linsen oder Reis versorgt: "Ohne diese Hilfe würden viele dieser Kinder nicht überleben", sagt Küberl. In Waisenhäusern finden Kinder Zuflucht, in sechsmonatigen Kursen lernen Jugendliche beispielsweise tischlern, nähen oder Kühlschränke reparieren, damit sie später auf eigenen Beinen stehen können. Mobile Lastwagen-Kliniken versorgen Schulkinder, wenn sie vom schlechten Wasser Durchfall bekommen oder an Malaria leiden. Küberl: "Das alles sind Sonnenstrahlen der Hoffnung, die mithelfen, dass Menschen wieder menschenwürdig leben können."

Niemand soll hungern
Weil Hunger die schlimmste Form von Armut ist, widmet die Caritas den Flüchtlingen im Sudan, aber auch den hungernden Menschen in vielen anderen Ländern in Afrika, Asien und Lateinamerika ihre heurige Augustsammlung. Mehr als 850 Millionen Menschen haben weltweit nicht genug zu essen. Küberl: "Aus unserer täglichen Arbeit wissen wir: Hunger ist ein stetiger Angriff auf die Würde und Selbstachtung der Menschen. Hunger macht krank, antriebslos und verzweifelt. Hunger verändert die Persönlichkeit, zerstört die Kreativität." In über 100 Projekten hilft die Caritas mit, Hunger zu bekämpfen. In der Katastrophenhilfe versorgt die Caritas Opfer von Naturkatastrophen und Kriegen mit Nahrung, in langfristigen Projekten, etwa in Mali, Äthiopien, Burkina Faso, Kongo, Uganda, Mosambik und Ecuador, hilft die Caritas mit, dass Menschen sich selbst ernähren können.
Für ein globales Problem diesen Ausmaßes brauche es freilich auch einen globalen Kraftakt, ist Küberl überzeugt. "Die Ausrottung des Hungers und die Bekämpfung von Armut müsse ganzheitlich in allen Politikfeldern berücksichtigt werden. Egal ob etwa in Friedens-, Sozial-, Finanz-, Agrar-, Welthandels-, Gesundheits-, oder auch Umweltpolitik. Küberl appelliert in diesem Zusammenhang einmal mehr an die österreichische Bundesregierung, die Mittel für die Entwicklungszusammenarbeit (EZA) zu erhöhen, denn die Erreichung der 0,7% des Bruttonationaleinkommens sei in Österreich nach wie vor mehr als fraglich. Dazu müssten die EZA-Gelder tatsächlich auf die ärmsten Länder konzentriert werden, was derzeit nicht der Fall ist. Auch neue Finanzierungsquellen zur weltweiten Armutsbekämpfung (Stichwort: Tobin Tax, Steuer auf Flugbenzin) seien nötig. Küberl: "Geld allein löst die Probleme nicht, aber eines ist sicher: Ohne Geld sind die Probleme, die Armut verursacht, nicht zu lösen."

Die Hilfe kommt auch direkt aus der Steiermark!
Durch die Zusammenarbeit mit der Caritas Österreich und/oder mit unseren Projektpartnern vor Ort unterstützt die Caritas der Diözese Graz-Seckau sieben Projekte im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit im mittleren und südlichen Afrika. Folgende Projekte können mit Hilfe der Spendengelder der Steirer und Steirerinnen unterstützt werden: Projekte Caritas Steiermark

Das können die Steirerinnen und Steirer tun! Hunger fällt nicht vom Himmel. Hunger ist eine himmelschreiende Ungerechtigkeit. Folge politischen, wirtschaftlichen und ökologischen Fehlverhaltens. Hunger ist eine globale Tragödie, deren größtes Drama darin besteht, dass sie zu vermeiden ist.
Auf individueller Ebene können auch die Steirerinnen und Steirer einen Beitrag leisten, Menschen vor dem Hungertod zu retten. Neben einem finanziellen Beitrag geht es dabei auch um eine Haltung: Sicher, eine Mahlzeit, die in der Steiermark nicht aufgegessen wird, landet nicht auf einem Teller in Karthoum im Sudan. Doch ein sorgfältiger Umgang mit Lebensmitteln ist ein Beitrag, den jeder einzelne leisten kann. Klar ist aber: Unsere Gesellschaft wird auch ein Management des Überflusses entwickeln müssen, das mithilft, der Wegwerfgesellschaft entgegenzuwirken.

Schenken sie einem Baby mit 26 Euro ein halbes Jahr Leben!
"Jetzt im August bitte ich aber vor allem Sie um Ihre tatkräftige Unterstützung", appelliert Küberl an die Menschen in der Steiermark: "Mit nur 26 Euro kann die Caritas ein Baby im Sudan ein halbes Jahr ernähren. Bitte, helfen Sie uns helfen!" Gemeinsam mit eBay wurde eine eigene Aktion initiiert, bei der unter www.ebay.at/caritas Nahrungsmittelpakete für 8.000 Babys und Kleinkinder im Sudan gekauft werden können. Wir danken eBay für die Zusammenarbeit!

Unterstützen Sie Kinder mit einer unserer Patenschaftsprojekte!
Mit den Kinderpatenschaften der Caritas bietet sich eine weitere Möglichkeit für die Steirerinnen und Steirer Kindern in Not zu helfen. Denn als Patinnen und Paten helfen sie verlässlich mit, dass die Caritas Kinder mit dem Lebensnotwendigsten versorgen kann - mit Essen, einem Dach über dem Kopf, medizinischer Hilfe und einer Schulausbildung. Die Caritas hilft mit Zentren der Mitmenschlichkeit: mit Waisenhäusern, Straßenkinderzentren, Behinderteneinrichtungen und Schulen, damit auch alleingelassene und benachteiligte Kinder eine Zukunftschance haben. "Liebe, Geborgenheit und einfach Kind sein dürfen! Das wünschen sich Kinder in Äthiopien, Peru, Pakistan, Ukraine, Albanien oder Österreich gleichermaßen. Doch der Alltag vieler Mädchen und Buben in ärmeren Ländern ist geprägt von Leid, Armut, Kriminalität und Grausamkeit. Patinnen oder Paten im Caritas Kinderpatenschaftsprogramm helfen mit, Kindern in Not einen Funken Hoffnung in ihrem Leben zu geben", unterstreicht Küberl.
Die Caritas bietet Projektpatenschaften an. Dabei übernehmen Patinnen und Paten jeweils symbolisch den monatlichen Unterhalt eines Kindes, in dem von ihnen ausgesuchten Projekt. Den PatInnen werde aber nicht jeweils ein ganz bestimmtes Kind zugeteilt, erläutert Küberl: "Unsere Erfahrung ist es, dass dann einige, vielleicht hübschere Kinder viele, andere jedoch gar keine Paten bekommen. Wir wollen aber allen Kindern eine Chance geben und deshalb werden die Spenden für alle Mädchen und Burschen gleichermaßen verwendet." So sei zudem gewährleistet, dass auch infrastrukturelle Maßnahmen finanziert werden könnten und dass die Hilfe nachhaltig und langfristig wirke. Die Höhe des monatlichen Betrags ist vom Projekt abhängig und liegt zwischen 15 und 40 Euro. Die Patenschaft kann als Dauerauftrag oder Einziehungsauftrag laufen und jederzeit storniert werden.

Bitte, werden Sie Patinnen und Paten und helfen Sie auf diese Weise mit, dass sich Kinder eine schöne Zukunft ausmalen können!

Infos zu rund 30 Kinderpatenschaftsprojekten der Caritas gibt es unter: www.patenschaften.at oder der Hotline: 0800/880 280.

Danke an die Sponsoren und Unterstützer!
Die Caritas-Augustsammlung kommt auch heuer mit geringen Werbekosten aus. Die Bawag/PSK Gruppe und Western Union unterstützen als Hauptsponsoren die Augustsammlung, die Katholische Männerbewegung ist Partner. Die Werbeagentur "CCP, Heye" hat die Kampagne wieder zum Selbstkostenpreis erstellt. ORF, private Hörfunk- und Fernsehsender, Printmedien und die Plakatwirtschaft stellen Gratiswerbung zur Verfügung. Danke!

Ein großes Danke auch an unsere Unterstützer in der Steiermark!
La Strada unterstützt uns bei der Bewerbung und bei unserem "Aktionstag gegen Hunger", der morgen am 2. August von 15 bis 17 Uhr am Tummelplatz stattfindet.

Bei unserem "Schwimmen gegen Hunger", das am Freitag, den 3. August von 13 bis 17 Uhr im Bad Eggenberg stattfindet werden wir von den Grazer Stadtwerken unterstützt. Intersport Eybl wird die erschwommenen Spenden sogar verdoppeln.

Und schließlich gibt es auch dieses Jahr wieder die Aktion "Brot für Afrika", die wir mit dem Backhaus Hubert Auer im August und September durchführen. Mit jedem verkauften "Afrika-Weckerl" helfen Sie im Kampf gegen den Hunger; denn 20 Cent pro verkaufter Semmel gehen in die Hungerhilfe.
DANKE!

Caritas-Augustsammlung 2007: Ihre Spende lebt!
Spendenkonto: PSK 7.700.004, BLZ 60 000, Kennwort: Augustsammlung
Online-Spenden unter:
www.caritas-graz.at

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