News

Caritas-Kongress Zukunft ohne Hunger - 04.06.12

Die youngCaritas organisierte den Demozug durch den ersten Bezirk. Und zeigte bei der Abschlusskundgebung auf drastische Weise, dass alle 12 Sekunden ein Kind verhungert.

Einen gewaltigen Energieschub für das gemeinsame Anliegen - eine "Zukunft ohne Hunger" - brachte der erste internationale Caritas-Kongress, der vom 1. bis 2. Juni in Wien über die Bühne ging. Hunderte TeilnehmerInnen aus 30 Ländern diskutierten zwei Tage lang Ursachen, Auswege und nachhaltige Lösungen, um dem weltweiten Skandal die Stirn zu bieten Schließlich leiden derzeit rund 925 Millionen Menschen an Hunger und Unterernährung. Allein mit ihrer Anwesenheit sprachen die Teilnehmerinnen und TeilnehmerInnen eine sehr deutliche Sprache: "Wir haben den Hunger auf der Welt satt. Wir wollen etwas dagegen unternehmen und wir sind uns sicher, dass dies möglich ist!"

"Starkes Signal gegen den Hunger"

"Der Kongress ist somit ein starkes Signal und ein wichtiger Baustein für eine Zukunft ohne Hunger", ist sich Caritas-Präsident Franz Küberl sicher. Im Rahmen einer Pressekonferenz forderte er einen "globalen Kraftakt" im Kampf gegen das weltumspannende Problem. Hunger sei eine "chronische Megakatastrophe, die sich jeden Tag aufs Neue abspielt". Verschärft werde das Problem durch den Klimawandel, durch bewaffnete Konflikte, Landraub, steigende Lebensmittelpreise und Spekulationen. Die Staatengemeinschaft sei aufgerufen, dies nicht länger "tatenlos hinzunehmen", so Küberl. Notwendig sei eine Doppelstrategie aus akuter Hungerhilfe und langfristiger Hungerprävention.

Der Präsident der Caritas Internationalis, Kardinal Oscar Rodriguez Maradiaga, betonte, dass der Grund des Hungers nicht in einem Mangel an Ressourcen liege, sondern eine Folge falscher Nahrungsmittelverteilung sei. Dass die Hungerbekämpfung auch für die Europäische Union an vorderster Stelle stehe, betonte die EU-Kommissarin für Internationale Zusammenarbeit, Kristalina Georgieva. Allein im Vorjahr habe die Kommission eine halbe Milliarde Euro in die Nahrungsmittelhilfe investiert. Auf den Zusammenhang von Hunger, Armut und Klimawandel verwies der ehemalige Vizepräsident des Weltklimarates und Friedensnobelpreisträger Mohan Munasinghe. "Wir sehen ganz klar: Armut und Hunger sind noch immer die größten Probleme für nachhaltige Entwicklung. Dies gilt ganz besonders für Regionen, in denen die Hungerproblematik durch die Auswirkungen des Klimawandels zusätzlich verschärft wird", so Munasinghe.

In einem Grußwort zur Eröffnung des Kongresses hatte Kardinal Christoph Schönborn die österreichische Bundesregierung gemahnt, das Budget für die Entwicklungszusammenarbeit nicht weiter zu kürzen. Unterstützung fand er in diesem Anliegen bei Bundespräsident Heinz Fischer. Die EZA-Kürzungen seien "außerordentlich schmerzlich und unerfreulich", daher biete sich "eine Koalition zwischen Bundespräsident und Kardinal" an, um "gemeinsam etwas zu bewegen", so Fischer. "Das wäre ja nicht die schlechteste Form der Zusammenarbeit von Kirche und Staat".

  • Seite drucken
  • Link versenden
  •                                                                         
  • Twitter
  • Facebook
  • MySpace
  • Delicious
  • Digg!