Osteuropa-Sammlung 2009
Caritas-Februarsammlung 2009: "Kälte ist kein Kinderspiel"
Die Caritas sammelt für Kinder in den ärmsten Ländern Europas und fordert die österreichische Bundesregierung auf, ihre Entwicklungshilfe -Versprechen einzuhalten
"Nur wenige Flugstunden entfernt, in Armenien, Weißrussland, Albanien oder auch Armenien ist der Winter für viele Menschen lebensbedrohend" erklärt Caritas-Präsident Franz Küberl, warum die Caritas die heurige Februarsammlung wieder unter das Motto "Kälte ist kein Kinderspiel" gestellt hat." Die Caritas hilft den Betroffenen mit Wärmestuben, Tageszentren, Obdachloseneinrichtungen oder auch Suppenküchen, den Winter zu überstehen. Küberl: "Ich bitte alle Menschen in Österreich: Bitte, helfen Sie uns helfen. Mit 30 Euro können wir ein Waisen- oder Straßenkind einen Monat lang betreuen." Die Caritas finanziert mit den Spenden aus der Februarsammlung rund 250 Projekte in den ärmsten Ländern Europas, vorwiegend in Ost- und Südeuropa.
Noch immer muss jedes vierte Kind in Ost- und Südosteuropa und den Ländern der ehemaligen Sowjetunion in extremer Armut leben. Vor diesem Hintergrund fordert der Caritas-Präsident die österreichische Bundesregierung auf, die bereits mehrmals versprochene Erhöhung der Entwicklungshilfe-Gelder (auf 0,51 Prozent des Bruttonationaleinkommens bis 2010 und 0,7 Prozent bis 2015) auch tatsächlich einzuhalten: "Auch in schlechten Zeiten darf nicht bei den Ärmsten der Armen, also bei den Ausgaben für die Entwicklungszusammenarbeit, gespart werden. Die aktuellen und begrüßenswerten Bankenhilfspakete zeigen, dass es möglich ist, die Mittel aufzutreiben, wenn der politische Wille vorhanden ist." Mit "zunehmender Sorge" sieht der Caritas-Präsident auch den "Trend zur Magersucht" bei der staatlichen Entwicklungshilfeagentur ADA. "Damit sich die Lebenssituation der Menschen in den ärmsten Länder Europas und weltweit tatsächlich nachhaltig verbessern kann, fordern wir als ersten Schritt zumindest eine Verdoppelung des ADA-Budgets."
"Für Katastrophen muss es einen fix dotierten Auslandskatastrophenfonds geben. Nur so ist gewährleistet, dass auch so genannte stille Katastrophen abseits der Medienöffentlichkeit bedacht werden" ergänzt Caritas-Auslandhilfe Christoph Petrik-Schweifer. Ebenso wie Küberl und Osteuropa-Expertin Barbara Coudenhove-Kalergi ist er soeben von einem Lokalaugenschein in Armenien zurückgekehrt. "Mit dem Erdbeben von 1988, dem fast zeitgleichen Zusammenbruch des Kommunismus und dem Krieg mit Aserbeidschan Anfang der 90er Jahre hat das Land gleich mehrere Katastrophen gleichzeitig erlebt und sich davon auch zwanzig Jahre später noch nicht erholt", berichtet Petrik-Schweifer. Hunderttausende Menschen blieben auf der Strecke, schon die Arbeitslosigkeit von regional bis zu 80 Prozent spricht Bände. "Allein heuer haben sich in Armenien die Preise für Heizöl auf 25.000 Dram pro Monat verdoppelt. Der Mindestlohn liegt bei 30.000 Dram oder umgerechnet rund 75 Euro", schildert der Caritas-Auslandshilfechef die Dramatik der Situation.
Die Caritas hilft den Menschen in Armenien, wo sie kann. Besonders Waisenkinder, alte Menschen, Kinder mit Behinderungen und ehemalige Flüchtlinge werden unterstützt. "25 Grad unter Null und kein Geld zum Heizen, das trifft neben den Kindern die alten Menschen besonders hart. Wenn es die Caritas nicht gäbe, würde ich nicht mehr leben, sagte uns Norik Amaryan, ein blinder ehemaliger Lehrer in der Erdbebenstadt Gyumri", berichtet Barbara Coudenhove-Kalergi. "In Armenien wie in ganz Osteuropa sind die Caritasmitarbeiterinnen und -mitarbeiter eine Avantgarde der Zivilgesellschaft, begabte, meist junge, Leute, die in einem Umfeld von Hoffnungslosigkeit, Korruption und Apathie auch für die weitere Öffentlichkeit eine Vorbildfunktion haben", so die Osteuropa-Expertin: "Die Österreicher helfen ihnen nicht nur mit dem dringend benötigten Geld, sondern auch mit Erfahrung und Know-How."
Wiener Städtische und Erste Bank helfen mit
Die Caritas freut sich, dass die Februarsammlung auch heuer mit sehr geringen Kosten auskommt. Die Kooperation mit Erste Bank und Wiener Städtische hilft, die Produktionskosten zu decken. ORF, Plakatwirtschaft und Printmedien, private Hörfunk- und Fernsehsender stellen Werbung zum Nulltarif zur Verfügung.
Die Caritas sammelt unter dem Motto "Kälte ist kein Kinderspiel" für Kinder in den ärmsten Ländern Europas: PSK 7.700 004, BLZ 60.000, Kennwort: Osteuropa-Hilfe
Online-Spenden: www.caritas.at
Fotos zum Gratis-Download in der Mediendatenbank auf: www.caritas.at
Rückfragehinweis:
Silke Ruprechtsberger, Caritas Österreich
Tel: 01/488 31 - 417 bzw. 0664/82 66 909
